Musettis absage lässt berrettini auflaufen – wimbledon bekommt neuen knall

Lorenzo Musetti schreibt die nächste bittere Nachricht. Mit einem kurzen Video auf Instagram teilt der 22-Jährige mit, dass er Wimbledon auslässt. Der Rectus-femoris-Schaden, der ihn seit Rom lahmt, erlaubt keine Belastung auf Rasen. „Ich habe noch kein vollständiges athletisches Training absolviert“, erklärt er. Die Entscheidung ist gefallen – und sie trifft den Turnierplaner hart.

Wimbledon verliert den toskanischen zauberer

Der Verlust ist größer, als die reine Zahl einer Absage vermuten lässt. Musetti ist kein Nebendarsteller, sondern der Mann, der in der vergangenen Rasensaison auf Queens Club den Nadal-Slapstick inszenierte und erst im Viertelfinale gegen Berrettini ausschied. Seine One-Handed-Backhand-Show und die variablen Geschwindigkeiten fehlen nun komplett. Zudem befand sich der Weltranglisten-18. in der Form seines Lebens, bevor Rom ihn stoppte. Ein Jahr nach seiner fast schon körperlich gebrochenen Teilnahme 2025 bleibt der Rasen also tabu.

Berrettini profitiert und wird zur minen

Berrettini profitiert und wird zur minen

Die Kehrseite: Matteo Berrettini rutscht direkt ins Hauptfeld. Im Mai noch Nummer 107, jetzt nach seinem Viertelfinale bei Roland Garros wieder in den Top 50, hätte der 28-Jährige eigentlich in die Quali müssen. Doch Musettis Absage öffnet ihm die Pforten – ohne Wildcard, ohne Zusatzlauf. Für das Feld ein Albtraum. Denn Berrettini auf Rasen ist wie ein Ferrari auf der Autobahn: die Power, die Slice-Physis, die Erfahrung. Finale 2021 in Erinnerung? Er kann ab Runde eins jeden zerlegen.

Gleichzeitig liegt die Ironie auf dem Platz: Im vergangenen Jahr jagte Berrettini noch um Wildcards, jetzt wartet er geduldig auf Absagen. Drei Wochen lang spekulierte sein Team – die erste kam prompt von Musetti. Die nächste könnte folgen.

Italiens doppelschlag bleibt halb

Italiens doppelschlag bleibt halb

Großbritannien verliert einen Showman, Italien verliert die Chance auf zwei Achtel- oder Viertelfinal-Storylines. Musetti wird stattdessen seine Reha in Monte Carlo intensivieren, Berrettini fliegt mit dem Schwung von Paris direkt nach London. Die Quote auf einen italienischen Halbfinalisten sinkt, die Spannung steigt. Denn wer Berrettini in Runde zwei oder drei trifft, könnte schon vor dem Viertelfinale in die Kiste schauen.

Die große Frage bleibt: Kann Berrettini die Lücke füllen, die Musetti hinterlässt? Die Antwort gibt das All England Club – und die erste Rasenböller-Woche steht bevor.