Mundialito der migration: ein fußballtraum wird wahr
Sevilla – Auf dem Sportgelände José Ramón Cisneros Palacios wird Geschichte geschrieben, wenn morgen das XIX. Mundialito der Migration beginnt. Für Oulare Aboubacar Sidiki, einen jungen Flüchtling aus Guinea-Conakry, ist es mehr als nur ein Turnier – es ist die Erfüllung eines lang gehegten Traums.
Ein leben zwischen hoffnung und entbehrung
Oulare, 29 Jahre alt, floh 2017 aus seinem Heimatland, verfolgt von religiöser Verfolgung. Seine Kindheit war geprägt von Fußballspielen auf unebenem Boden, ohne Stollen – ein Luxus, den er sich nicht leisten konnte. "In meinem Land spielten meine Freunde und ich Fußball, seit ich klein war. Es war immer mein Traum, Profifußballer zu werden, obwohl mein Vater es nicht wollte, weil er Angst hatte, dass ich mich verletze," erinnert er sich.
Die Reise nach Europa war beschwerlich, gesäumt von Schwierigkeiten und Hilfsbereitschaft. Die Comisión Española de Ayuda al Refugiado (CEAR) leistete ihm in verschiedenen Städten Unterstützung. Doch erst in Sevilla fand er eine neue Perspektive. Die Spieler des Sevilla FC, sowohl des Profi-Teams als auch des Sevilla Atlético und des Sevilla FC Femenino, schenkten ihm und anderen Flüchtlingen Fußballschuhe und Handschuhe – eine Geste, die Oulare tief bewegt.
„Es ist, als würde ich meinen Traum leben“, sagt Oulare voller Dankbarkeit. Er hat gerade einen Job in einem Transportunternehmen gefunden und blickt optimistisch in die Zukunft. "Ich möchte allen, die sich in einer ähnlichen Situation befinden, raten, sich anzustrengen, sich zu bilden und zu kämpfen. Sonst wird das Leben, das ihr sucht, nicht eintreten."

Fußball als brücke der integration
Das Turnier, organisiert von der Fundación 1890 mit Unterstützung von Organisationen wie dem UNHCR, dem Roten Kreuz, CEAR und CEPAIM, hat sich zu einem festen Bestandteil des sozialen Kalenders des Vereins entwickelt. Mit insgesamt 24 Männer- und 8 Frauenteams ist die diesjährige Ausgabe größer denn je. Die Titelverteidiger aus Kolumbien und Paraguay werden erneut alles geben, um ihren Platz an der Spitze zu verteidigen. Aber für Oulare geht es bei diesem Mundialito um mehr als nur um den Sieg – es geht um die Chance, sich zu zeigen, zu integrieren und Teil einer Gemeinschaft zu werden.
Während er auf die Wiedervereinigung mit seiner Frau und seinem fünfjährigen Sohn wartet, die sich noch in Marokko befinden, weiß Oulare, dass er auf dem richtigen Weg ist. Der Mundialito der Migration ist ein Beweis dafür, dass Fußball mehr als nur ein Spiel sein kann – er kann Menschen verbinden, Hoffnung schenken und Träume wahr werden lassen. Die Geschichte von Oulare ist ein leuchtendes Beispiel dafür, wie Sport eine transformative Kraft sein kann, insbesondere für diejenigen, die alles verloren haben.
