Müllers whitecaps rasen weiter: tor mit gesichts-assist sorgt für mls-furore
Ein Schuss, ein Abpraller, ein Gesicht – Tor! Die Vancouver Whitecaps um Thomas Müller feiern den dritten Sieg im dritten Spiel und liefern dabei eine Szene, die die MLS-Social-Medien sofort zum viralen Hit machte.
Blackmons gesicht wird zum unbeabsichtigten schützen
Portland. 53. Minute. Tristan Blackmon tankt sich links in den Strafraum, zieht ab, Keeper James Pantemis blockt – doch der Ball springt geradewegs in Blackmons Visage und von dort ins Netz. Der Verteidiger kippt rückwärts, schüttelt sich, lacht später: „Hat weh getan, zählt trotzdem.“ Die Timbers-Defensive sieht aus, als hätte sie einen Geistspuk erlebt; die Whitecaps jubeln, weil der VAR die Trefferlaubnis erteilt – klar, Gesichter sind keine Handspiel-Zone.
Der 4:1-Auswärtssieg katapultiert die Kanadier auf Rang zwei der Western Conference. Drei Spiele, neun Punkte, erst ein Gegentreffer – diese Startbilanz haben selbst die letztjährigen Supporters'-Shield-Gewinner nicht hingelegt. Müller, an der Westküste mittlerweile als „Raumdeuter 2.0“ gefeiert, steuert zwar kein Tor bei, initiiert aber das 3:0 durch Sebastian Berhalter mit einem geschickten Lupfer in die Gasse. „Er sieht Räume, die selbst die Drohne verpasst“, scherzt Coach Jesper Sørensen.
Das kuriose 2:0 war der Knackpunkt. Portland, bis dahin dominant, kippte psychisch. Brian White ließ nach 21 Minuten den Führungstreffer folgen, nach der Pause folgte Blackmons „Face-Finish“. Eric Izoita verkürzte kurz, doch White machte mit seinem zweiten Treffer in der 88. Minute den Deckel drauf.

Müller-domino beginnt zu wirken
Seit dem Wechsel des 36-Jährigen im August hat Vancouver 19 von 24 möglichen Punkten geholt – und das, obwohl die Offseason mit Abgängen wie die von Ryan Gauld eigentlich einen Neuanfang bedeutete. Müller selbst spielt nicht nur, er coacht mit: Bei jedem Einwurf schiebt er Mitspieler zwei Meter nach vorne, erinnert an Fritz-Walter-Tricks aus alten WM-Filmen. Die Jungs nennen ihn scherzweise „Coach in Shorts“.
Die Statistik dahinter: Vancouver erzielte in den letzten fünf Partien 14 Tore – so viele wie zuletzt vor drei Jahren in einem vergleichbaren Zeitraum. Die erwarteten Tore (xG) steigen pro Spiel von 1,3 auf 2,1, seit Müller zentral im 4-2-3-1 agiert. Klar, Geld regiert die Liga, aber manchmal reicht ein deutscher Weltmeister, um ein Kollektiv auf Turbo zu schalten.
Die Reise geht weiter: Nächste Woche warten die LA Galaxy auf den aktuellen Tabellenführer. Für die Whitecaps heißt es dann: Kaliforniens Sterne oder doch nur ein Strohfeuer? Eines steht fest – Portland wird noch lange von Blackmons Gesichtsträumerei sprechen.
