Müllers whitecaps feiern historischen start – ein tor per gesichtstreffer

Ein Schuss, ein Keeper, ein Gesicht – Tor. Die Vancouver Whitecaps lachen sich in der Western Conference schon jetzt einen Ast. Nach dem 4:1 bei Portland stehen sie nach drei Spielen ohne Punktverlust auf Rang zwei, und selbst der erste Gegentreffer der Saison klingt wie ein Scherz: Eric Izoita traf, weil die Abwehr kurz dachte, das Spiel sei gelaufen.

Blackmons gesicht schreibt mls-geschichte

Tristan Blackmon wollte nur nachsetzen. Sein Flachschuss aus sieben Metern prallte gegen Timbers-Keeper Hunter Sulte, schnellte zurück – und landete mit voller Wucht auf Blackmons Wange. Der Ball kullerte über die Linie, Blackmon ging zu Boden, die Kapselung seines Nasenbeins war nur eine Frage der Zeit. Die Videoassistenten prüften Sekundenlang, ob ein Foul vorlag, doch die Bilder waren eindeutig: Gesicht 1:0 Physik. Kurz darauf stand es 2:0, Portland war geschockt, und die Caps spielten wie entfesselt.

Thomas Müller blieb diesmal ohne Torbeteiligung, aber seine Finger sind überall. Er leitete das 3:0 durch Sebastian Berhalter mit ein, zog die Abwehrreihe auseinander wie ein Zöllner die Kofferraumklappe. Die Statistik zeigt: In den 214 Minuten, in denen der 36-Jährige auf dem Platz stand, kassierte Vancouver keinen einzigen Gegentreffer. Die erste Liga, in der er aufläuft, die ihn nicht sofort liebt.

Vancouver träumt vom finale-rückmatch

Vancouver träumt vom finale-rückmatch

Die Erinnerung an das verlorene Endspiel gegen Messis Inter Miami sitzt tief. Doch wer die Caps derzeit sieht, erkennt einen Plan: früh pressen, schnell umschalten, hinten dichtmachen. Trainer Axel Schuster rotiert kaum, weil seine Startelf wie ein Uhrwerk läuft. Brian White erzielte bereits vier Saisontore, ein Wert, den Pelkums Stürmer in der Kreisliga A nur aus Erzählungen kennen.

Die Timbers? Sie suchen noch ihr Gesicht, haben nur einen Zähler auf dem Konto und warten auf die Rückkehr von Top-Stürmer Evander. Die Fans verlassen frustrihr das Stadion, während die Caps-Anhänger schon jetzt „We want LA!“ skandieren – das nächste Duell mit dem Spitzenreich aus Los Angeles steht am 22. März an.

Die Kicker aus British Columbia sind kein Sommermärchen mehr. Sie sind der Fakt, der die Liga verändert. Und wenn Müller am Ende doch noch den Pokel über seinen Kopf stemmt, wird selbst das Gesichtstor nur eine Fußnote in einer Saison voller Geschichten sein.