Müller schlägt alarm: „da fehlt ein drecksack, der einfach mal jemanden umfährt“
Die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft stolpert mit nur einem Treffer in zwei Partien durch die WM, und Moritz Müller, 40, sitzt nicht mehr auf der Bank – er sitzt im Studio und kocht vor Wut. „Ich hatte das Gefühl, die könnten heute nochmal 60 Minuten spielen und es würde kein Tor für Deutschland fallen“, sagt der Ex-Kapitän und bohrt nach.
„Wir brauchen den typen, der unkonventionell eine lücke reißt“
Was ihm fehlt, ist keine taktische Feinjustierung, sondern rohe Energie. „Einer, der unkonventionell eine Lücke reißt, einen über den Haufen fährt, ins Tor reinrumpelt – ein Drecksack eben“, formuliert Müller, dessen Kölner Haie in der DEL regelmäßig mit genau diesem Spielertyp punkten. Das DEB-Team wirkt dagegen steril, zu sehr auf System, zu wenig auf Instinkt.
Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: zwei Spiele, 1:6 Tore, 0,5 Tore pro Partie – das reicht selbst gegen Lettland nicht. Trainer Harold Kreis spricht von Frust, doch Frust allein gewinnt kein Viertelfinale. Müller fordert deshalb ein offenes Schützenfest in der Kabine: „Ein Impuls muss kommen, angeleitet. Dass man sagt: Okay, wir haben folgende Idee, folgenden Plan. Und dann baut man den Glauben der Truppe wieder auf.“

Kein selbstgespräch, sondern ehrlicher kahlschlag
Der 40-Jährige lehnt sich weit aus dem Fenster, weil er selbst 2023 noch auf dem Eis stand und weiß, wie schnell sich Stimmung dreht. „Man muss sich ehrlich in die Augen schauen. Und wenn irgendwo nicht dran geglaubt wird, muss das ehrlich angesprochen werden.“ Kein Blatt vor den Mund nehmen, keine Betriebsblindheit – sonst droht schon am Montagabend (20.20 Uhr, ProSieben/MagentaTV) gegen die Schweiz das vorzeitige Aus.
Die Uhr tickt. Die Schweizer haben bereits sechs Punkte auf dem Konto, Deutschland steht bei null. Müllers Appell ist kein PR-Satz, er ist ein Warnschuss: „Wenn wir jetzt nicht die Schiene wechseln, fliegen wir vor dem Viertelfinale raus.“ Die Arena in Zürich wird brennen – ob das DEB-Team mitgeht, entscheidet sich in den nächsten 60 Minuten.
