Müller packt aus: klopp, ronaldo – und warum er die wm 2026 jetzt analysiert
Thomas Müller wird nicht mehr jagen, sondern erklären. Der 36-Jährige springt für MagentaTV ins Expertencockpit, nimmt neben Kai Dittmann Platz und liefert ab Sommer 2026 jene Mischung aus Fachwissen und frechen Seitentritten, die ihn als Spieler berühmt machte.
„Ich freue mich drauf, weil ich endlich sagen darf, was ich denke, ohne dass der Trainer mich danach auswecht“, lacht Müller im Gespräch mit BILD. Der Weltmeister von 2014 wird damit zum ersten aktiven DFB-Rekordspieler, der künftig Spiele Deutschlands kommentiert, statt sie zu bestreiten.
Klopp, ronaldo, messi – müller liefert urteile ab
Jürgen Klopp habe ihn angerufen, erzählt Müller. „Er sagte: ‚Tom, du wirst die Leute vor dem Fernseher genauso nerven wie die Gegner auf dem Platz.‘“ Ein Kompliment? Müller zuckt mit den Schultern. „Bei Jürgen weiß man nie, ob das Lob oder Drohung ist.“
Über Cristiano Ronaldo lässt er die Maske fallen. „CR7 ist ein Phänomen, aber er wird 41 sein, wenn in Amerika Eröffnung ist. Wenn er dort noch trifft, trage ich meinen Anzug verkehrt herum.“ Lionel Messi? „Lohnt sich ein eigenes Mikro, nur für seine Zauberereien.“

Deutschlands chancen: „klar sind wir heiß – aber nicht favorit“
Müller nimmt kein Blatt vor den Mund. „Wir haben Talent, keine Frage. Aber ein Turniersieg braucht mehr als nur gute Tage. Er braucht eine Mentalität, die drei Wochen lang brennt.“ Julian Nagelsmann habe ihn gebeten, „den Jungs in der Kabine auf die Sprünge helfen“. Ob er das macht? „Ich schicke vor jedem Spiel eine Sprachnachricht. Manchmal nur ein ‚Moin‘, manchmal ein Bild von meinem Hund. Das reicht.“
Die Titel-Quote sieht Müller bei 1:8 – „besser als 2014, schlechter als 1990“. Warum? „Weil Frankreich, Brasilien und Argentinien keine deutsche Seele haben. Die spielen Fußball wie Computer. Wir spielen ihn wie ein Abenteuer.“
Mit 100 Länderspielen und 45 Toren ist Müller selbst noch Teil der Statistik, die er bald kommentiert. „Ich bin der erste Experte, der sich selbst analysieren kann. Wenn ich Mist erzähle, schreibe ich mir eine Mail.“
Am 11. Juni 2026 eröffnet die WM in New York. Müller sitzt dann im Studio in München, Anzug, Headset, bereit, die Nation zu nerven – diesmal mit Worten statt mit Toren. Die Quote, dass er dabei lacht: höher als Deutschlands Turnierchancen. Und das meint er ernst.
