Mourinhos liebesgeständnis: „meine roma ist vorbei“ – und ein seitenhieb auf italien!
Rom – José Mourinho, der polarisierende Spezialist, hat in einem explosiven Interview mit „Il Giornale“ die Bombe platzen lassen. Seine Zeit bei Roma sei beendet, erklärte er, und entfachte damit eine Welle der Spekulationen. Doch es ist nicht nur der Abschied, der für Aufsehen sorgt: Mourinho übt scharfe Kritik an der italienischen Fußballlandschaft und schlägt gar vor, wie der italienische Fußball seine Probleme lösen könnte.
Die schönste zeit seiner karriere – und die unlösbare aufgabe
„Roma ist der schönste Ort, an dem ich je gearbeitet habe“, gestand Mourinho. „Ich habe noch nie eine so unglaubliche Atmosphäre um ein Fußballteam erlebt, das Olimpico war immer voll, die Fans lebten für die Spieler.“ Diese Worte sind umso bemerkenswerter, wenn man bedenkt, dass Mourinho in seiner Karriere Inter Mailand, Chelsea und Real Madrid trainierte. Doch warum war es so schwer, in Rom zu gewinnen? Mourinho zuckte mit den Schultern: „Das weiß ich nicht. Für mich war es die schönste Zeit.“
Er wies jegliche Schuldzuweisungen an die treibende Fanschaft zurück: „Der Anspruch ist hoch? Das ist kein Drama. Als wir die Conference League gewonnen haben, war die Party unglaublich – noch größer als bei meinen Champions-League-Triumphen.“ Mourinho betonte den starken Zusammenhalt mit der Tifoseria und forderte: „Niemand darf die Roma-Fans kritisieren, sie helfen der Mannschaft. Niemand darf sie anrühren!“
Die bittere Erkenntnis: „Meine Roma ist vorbei“
Trotz der emotionalen Bindung zur Stadt und zum Verein gab Mourinho einen schmerzhaften Ausblick: „Meine Roma ist vorbei. Ich will nichts weiter dazu sagen.“ Ein Video, das vor drei Jahren entstand, in dem Mourinho den drohenden Schiedsrichter-Chaos vorwegnahm, wurde viral. „Meine Schlacht war gegen das System, nicht gegen die Schiedsrichter“, präzisierte er.

Blick zurück nach mailand: chivu als überraschungstalent
Mourinhos Aussagen beschränkten sich nicht auf die Roma. Er äußerte sich auch zu seinem ehemaligen Inter-Schützling Christian Chivu, der aktuell die Mannschaft trainiert. „Ich freue mich für Chivu, dass die Inter die Meisterschaft gewinnt. Als ich ihn trainierte, hätte ich nie gedacht, dass er Trainer wird. Er wirkte nicht wie ein klarer Kandidat, aber er war intelligent, hat studiert und sich hochgearbeitet.“
Mourinho zeigte sich überrascht von Chivus Entwicklung und betonte: „Viele sitzen heute auf der Bank, weil sie sich gut verkaufen können. Chivu hat sich das verdient.“ Er deutete an, dass er Chivu noch nicht gratulieren werde, bevor die Meisterschaft rechnerisch sicher sei.

Die zukunft des italienischen fußballs: ein appell an die basis
Mourinho richtete einen deutlichen Appell an den italienischen Fußballverband. Er wies darauf hin, dass Italien in anderen Sportarten sehr erfolgreich sei und forderte: „Die Italiener müssen alles von der Basis neu durchdenken. Der Name Malagò ist stark, er könnte mit seiner Erfahrung viel verändern.“ Er schlug eine Zusammenarbeit zwischen Malagò und Max Allegri vor, um die Jugendförderung zu verbessern. „Ich würde mit M&M arbeiten: Malagò und Max.“
Auf die Frage, ob er die italienische Nationalmannschaft trainieren würde, antwortete Mourinho: „Ihr braucht keinen ausländischen Trainer. Ihr habt Allegri, Conte und noch fünf oder sechs andere.“ Er riet Italien, sich am Beispiel Portugals zu orientieren, wo die Nachwuchsarbeit groß geschrieben wird.
Der Blick nach vorn: Benfica und der Traum vom Champions-League-Sieg
Mourinho äußerte sich zudem zur Weltmeisterschaft: „Ich würde mir wünschen, dass Portugal gewinnt, aber Carlo Ancelotti ist Carlo Ancelotti. Mit ihm kann Brasilien erfolgreich sein. Argentinien ist eine echte Mannschaft, einig und geschlossen. Frankreich hat drei Mannschaften, die um den Titel kämpfen können. England wird es irgendwann schaffen.“ Er kündigte an, sich bis zum Viertelfinale zu entspannen: „Es gibt zu viele Mannschaften, die nur zum Urlaub hierherkommen.“
Sein nächstes Ziel: „Ich möchte Benfica in die Champions League führen.“
José Mourinho, ein Mann, der nie Langeweile zulässt. Sein Urteil ist hart, aber ehrlich. Und es lässt die Frage aufkommen: Kann der italienische Fußball aus seinen Fehlern lernen und wieder zu alter Stärke zurückfinden?
n