Motta: der held der elfmeter! zoff lobt lazio-torwart
Rom – Edoardo Motta, der junge Torwart der SS Lazio, hat in der Coppa Italia Halbfinal-Übertragung gegen Atalanta für eine Sensation gesorgt. Vier von fünf Elfmetern parierte er, und katapultierte seine Mannschaft ins Finale. Eine Leistung, die selbst italienische Fußballlegenden wie Dino Zoff in Erstaunen versetzte.

Zoffs lob: „eine unglaubliche ruhe“
Der Weltmeister von 1982, ein Mann, der das Torwartgeschäft wie kaum ein anderer versteht, zeigte sich beeindruckt. „Motta hat etwas Außergewöhnliches vollbracht“, erklärte Zoff. „Vier Elfmeter zu parieren ist einfach unglaublich. Und es waren keine Fehler der Schützen, sondern echte Paraden.“ Der ehemalige italienische Nationaltorwart betonte, dass die Konzentration und Ruhe des jungen Mannes in einer solch entscheidenden Situation beeindruckend seien.
Doch Zoff mahnte auch zur Besonnenheit. „Er ist ein junger Mann und muss noch viel lernen. Aber er hat zweifellos das Talent, um sich zu entwickeln und weit zu kommen.“ Besonders hervorhob er die „unglaubliche Ruhe“, mit der Motta die Elfmeterschießen angegangen sei. „Er war konzentriert, aber immer mit einer Gelassenheit, die in solchen Momenten entscheidend ist.“
Auch seine Leistung im laufenden Spiel, insbesondere die Parade gegen Scamacca in der Nachspielzeit, war bemerkenswert. „Ein großer Einsatz, der aber zum Spiel gehört“, so Zoff. „Elfmeterschießen sind die komplizierteste Aufgabe für einen Torwart, da man in wenigen Sekunden mehrfach über sich hinauswachsen muss.“
Ein Vergleich mit Toldo? Zoff ließ sich zudem auf einen Vergleich mit Angelo Toldo, der bei der Europameisterschaft 2000 einen ähnlichen Elfmeter-Heldenstatus erlangte, ein. „In gewisser Weise erinnert Motta an Toldo, auch körperlich. Aber zahlenmäßig hat der Laziale sogar noch eine Nase vorn.“
Was Motta jetzt braucht? „Weiter so, ruhig bleiben und sich nicht übernehmen lassen. Er verhält sich sehr gut, aber er weiß, dass er noch viel zu lernen hat“, riet Zoff. „Das Spiel mit dem Fuß kann er noch verbessern, ebenso wie seine Abwehraktionen. Aber zwischen den Pfosten hat er bereits Großartiges geleistet – das ist die Grundlage und das Wichtigste.“
Die italienische Torwartschule blüht auf. Neben Gianluigi Donnarumma, dem absoluten Weltklasse-Torwart, reihen sich immer mehr talentierte Keeper an. „Wir haben eine lange Liste sehr guter Torhüter“, bestätigte Zoff. „Das ist keine neue Entwicklung; die italienische Torwarttradition ist ungebrochen.“
Das Finale gegen Inter? „Inter ist sicherlich stärker und daher der Favorit. Aber Lazio sollte nicht aufgeben. Im Fußball ist alles möglich, besonders in einem K.O.-Spiel. Die Biancocelesti müssen daran glauben.“
Mottas Leistung ist ein Beweis dafür, dass auch in einer Zeit, in der die Konkurrenz groß ist, der italienische Fußball immer noch neue Talente hervorbringen kann – und dass ein bisschen Glück, gepaart mit außergewöhnlichem Können, Geschichte schreiben kann.
