Motogp: ezpeleta spricht über unfälle, márquez und die zukunft
Die MotoGP-Welt steht unter Schock, und derweil hat Serienchef Carmelo Ezpeleta im Podcast „Curva 15“ des Ricardo Tormo Circuit von Cheste tiefgreifende Einblicke in die aktuellen Herausforderungen und die Zukunft des Rennsports gewährt. Von den beängstigenden Szenen in Montmeló bis zur Rückkehr von Marc Márquez – Ezpeleta ließ wenig unerwähnt.
Die angst nach montmeló: glück und pech
Die Unfälle in Montmeló waren, wie Ezpeleta zugab, „kompliziert“. Er sprach von Glück, dass die Fahrer, insbesondere Alex Márquez und Johann Zarco, unverletzt davongekommen sind. „Ich war sehr besorgt, als ich die ersten Bilder von Alex sah. Wir hatten Glück, und das muss man anerkennen. Es gab schon schlimmere Momente, in denen das Glück eben nicht auf unserer Seite war.“ Die Nähe zu den Fahrern, die enge Beziehung, die sich im Laufe der Saison entwickelt, macht solche Momente besonders schmerzhaft. „Es sind die schlimmsten Momente dieser wundervollen Profession, weil man mit Leuten zusammenlebt, Freunden, und dann passiert so etwas.“

Drei starts? eine frage der balance
Die Diskussion um mögliche Neustarts nach einem Abbruch spaltete die Motorsportwelt. Ezpeleta betonte, dass es kompliziert sei, da die Interessen der Fahrer und des Publikums gegeneinander stehen. „Das, was der Körper der Fahrer fordert, nämlich eine Pause, steht im Widerspruch zu dem, was wir den Zuschauern schuldig sind.“ Eine erneute Überprüfung der Regeln in Mugello sei geplant, aber Ezpeleta machte deutlich, dass es nicht um eine kurzfristige Reaktion gehen dürfe. „Wenn die Regeln es erlauben, und die Fahrer fit sind, müssen wir weiterrennen.“

Marc márquez: mehr als nur ein fahrer
Über die Rückkehr von Marc Márquez sprach Ezpeleta mit Bewunderung. „Marc Márquez ist eine außergewöhnliche Persönlichkeit. Mit den Verletzungen, die er hatte, und den Erfolgen, die er gefeiert hat, setzt er immer wieder alles auf die Linie. Er beweist, dass der Kopf über allem steht.“ Ezpeleta schließt eine frühe Rückkehr nicht aus. „Wenn sein Nerv nicht mehr zwackt, wird er ganz vorne mitmischen, da bin ich mir sicher.“ Die besondere Mentalität Márquez‘ sei der Schlüssel zu seinem Erfolg.

Ein neues zeitalter der motogp?
Ezpeleta hob das hohe Niveau der aktuellen MotoGP-Fahrer hervor. „Marc ist großartig, aber er hat viele andere auch groß gemacht. Jetzt gibt es so viele talentierte Piloten wie nie zuvor. Das ist ein Zeichen für die Entwicklung des Motorradsports.“ Auch Valentino Rossi wurde erwähnt, dessen Abschied immer noch schmerzt. „Valentino war ein Phänomen. Ich vermisse ihn, aber man muss die Dinge akzeptieren, wie sie sind.“
Die spanische dominanz und die asia talent cup
Die hohe Anzahl spanischer Fahrer im MotoGP-Feld wird kontrovers diskutiert. Ezpeleta räumte ein, dass dies nicht ideal sei, betonte aber, dass man dies nicht per Regel erzwingen könne. Er verwies auf die erfolgreichen Nachwuchsprogramme in Spanien und Italien, insbesondere den „Asia Talent Cup“, der vielen jungen Fahrern den Einstieg in den Rennsport ermöglicht hat. „Ogura wäre ohne den Asia Talent Cup nie gefahren.“
Die MotoGP-Saison steht vor einem entscheidenden Wendepunkt. Die Diskussionen über Sicherheit, Regeln und die Zukunft des Rennsports werden weitergehen, aber eines ist klar: Carmelo Ezpeleta und sein Team werden alles daransetzen, den Motorsport auf höchstem Niveau zu erhalten – und die Fans zu begeistern.
