Motogp: bradl fordert drastische motoren-drosselung – sicherheit geht vor!

Die MotoGP-Szene steht vor einem Umbruch. Stefan Bradl, Honda-Testfahrer und ehemaliger Moto2-Weltmeister, mahnt eindringlich zur Eile bei der geplanten Reduzierung der Motorleistung. Nach einer Reihe schwerer Unfälle, bei denen Fahrer nur knapp der Verletzung entgangen sind, hält er eine sofortige Maßnahme für unerlässlich.

Die kurvengeschwindigkeiten werden zur gefahr

„Jetzt ist höchste Eisenbahn“, betonte Bradl im SID-Interview vor dem Großen Preis von Deutschland auf dem Sachsenring. Die aktuelle Situation, in der die Maschinen mit 1000 Kubikzentimetern Leistung in immer schnelleren Kurven agieren, birgt erhebliche Risiken. Die aerodynamischen Flügel und anderen technischen Finessen ermöglichen zwar beeindruckende Kurvengeschwindigkeiten, doch viele Strecken, insbesondere in Europa, bieten schlichtweg nicht mehr genügend Auslaufzonen bei einem Sturz.

Die jüngsten Unfälle von Àlex Márquez in Barcelona und Marco Bezzecchi in Assen verdeutlichen das Problem auf drastische Weise. Beide stürzten spektakulär und prallten nur knapp an den Streckenbegrenzungen ab. „Die Verletztenliste ist auch nicht ohne“, so Bradl, der die Drosselung auf 850 Kubikzentimeter als dringend notwendigen Schritt zur Erhöhung der Sicherheit betrachtet. Es ist kein Geheimnis, dass die Königsklasse ihre Grenzen bereits ausgereizt hat.

Erste schritte zur verbesserung

Erste schritte zur verbesserung

Obwohl die kommende Saison noch mit 1000-ccm-Motoren gefahren wird, wurden bereits erste Schritte unternommen, um die Sicherheit zu erhöhen. So wurde das Front-Start-Device, das Unfälle beim Start verhinderte, bereits abgeschafft. Und auch beim Rennen auf dem Sachsenring wird der Abstand zwischen den Bikes in der Startaufstellung um einen Meter vergrößert – ein Versuch, die Situation etwas zu entschärfen.

Bradl, mit seiner langjährigen Erfahrung in der MotoGP-Szene, wird die neue 850er-Maschine von Honda vor der kommenden Saison testen dürfen. „Ein paar Funktionstests sind geplant“, so der 36-Jährige, der sich auf diese Gelegenheit freut. Die bevorstehende Reduzierung der Motorleistung ist nicht nur ein technischer Eingriff, sondern ein notwendiger Schritt, um die Sicherheit der Fahrer zu gewährleisten und die Faszination des Motorsports zu bewahren.