Monte-carlo-shocker: medvedev fliegt nach 49 minuten mit der berüchtigten „brille“ raus

49 Minuten. So lange brauchte Matteo Berrettini, um Daniil Medvedev in Monte Carlo nicht nur zu schlagen, sondern regelrecht zu zerlegen. 6:0, 6:0 – ein Ergebnis, das selbst den sandhassenden Russen sprachlos zurückließ. Erstmals in seiner ATP-Karriere kassierte der Weltranglisten-Vierte die sogenannte „Doppel-Null“, eine Demütigung, die man sonst nur in Challenger-Wildcards erwartet.

Die zahlen, die wehtun

27 unerzwungene Fehler in zwölf Spielen – das sind 2,25 Fehler pro Game. Fünf Doppelfehler, neun Punkte auf eigenem Aufschlag, ein komplett zersplitterter Schläger und sechs Schlägerwürfe, die selbst das mondäne Publikum der Monte-Carlo Country Club zum Jubeln brachte. „Ich mag Sand nicht“, hatte Medvedev einmal gesagt – dieser Mittwochvormittag lieferte den fotografischen Beweis.

Berrettini, mit Wildcard gesetzt und auf Platz 90 der Welt, spielte sich in einen Rausch. Der Italiener servierte mit 214 km/h, schlug 19 Winner und gab keinen einzigen Breakball ab. Dabei hatte er erst am Vortag 4:0 gegen Roberto Bautista Agut geführt, als der Spanier verletzt aufgab – jetzt steht er ohne Satzverlust im Achtelfinale.

Was das match über medvedevs sand-alptraum sagt

Was das match über medvedevs sand-alptraum sagt

Die Statistik ist gnadenlos: Seit 2019 hat der Russe auf Sand nur 52 Prozent seiner Matches gewonnen, auf Hartplatz sind es 81. Die Bewegung rutscht, der Timing-Punkt verschiebt sich, der Ball pickt sich dumpf in den Schläger. „Nach einer Sandsession kannst du deine Socken wegwerfen“, hatte er geklagt – gegen Berrettini wollte er am liebsten sich selbst wegwerfen.

Doch auch der Italiener schmilzt die Leistung nicht in Pathos: „Ich wusste, dass er den Belag hasst. Ich habe ihn gejagt, jeden seiner Zweifel genutzt.“ Es klingt kühl, fast schon klinisch – und genau so lief es auf dem Court.

Alexander Zverev, an Position drei gesetzt, will am Nachmittag gegenCristian Garin den deutschen Fokus wieder auf Trostlinie bringen. Doch selbst wenn der Hamburger gewinnt – das Thema des Tages bleibt die 49-Minute-Katastrophe von Monte Carlo. Ein Masters-Out, das Medvedevs Sand-PTSD neue Kapitel beschert.