Modric zieht mit cousin und teenagern ins wm-abenteuer 2026

Luka Modric wird 40 sein, wenn in Kanada die Eröffnung getrommelt wird. Kein Problem für den Ballzauberer: Er nimmt seine fünfte WM teil – und seine Verwandtschaft mit. Petar Sucic, 21, Mittelfeld-Dynamit aus der Familie, gehört zum 26-Mann-Kader, den Trainer Zlatko Dalic gestern in Zagreb präsentierte. Ein Generationsbruch mit Familienbonus.

Die neue garde trägt bereits nationalteam-erfahrung

Josko Gvardiol war 2022 noch Aushängeschild, gilt nun als gestandener Leitwolf. Die Realität: 1.176 Spielminuten in einem halben Jahr – Rekordtief für ihn. Dennoch liefert der 23-jährige Innenverteidiger das Skelett für Dalic' Umbruch. Daneben rücken Namen, die europäische Scouts schon lange im Maul haben: Josip Stanisic, Bayern-Allzweckwaffe, Luka Vuskovic, 17, 1,94 m groß und bereits im Fokus von Manchester City, Martin Baturina, Dinamo-Zagrebs Mittelfeld-Regisseur, sowie Igor Matanovic, Sturm-Hoffnung aus Frankfurt.

Die Bilanz der letzten beiden Turniere – Finale 2018, Halbfinale 2022 – lastet wie ein Adler auf den Schultern der Neuen. Dalic verlangt Frische, aber keine Experimente. „Wir wollen wieder das letzte Spiel erreichen, nur mit schnelleren Beinen“, sagte er. Die Mischung: 13 Spieler über 30, neun U-23-Talente, dazwischen die goldene Mitte um Gvardiol und Sucic.

Modric selbst wird nicht nur Kapitan, sondern auch Mentor. Zwischen Trainingseinheiten organisiert er Kleingruppen, erklärt Positionsspiel, schickt Sprachstunden per WhatsApp. „Er sieht alles zwei Sekunden früher“, schwärmt Baturina. „Wenn ich einen Fehler mache, lacht er, zeigt die Lücke und sagt: ‚Nächstes Mal trittst du hier durch.‘“

Hsv drängt auf vuskovic-transfer vor dem turnier

Hsv drängt auf vuskovic-transfer vor dem turnier

Parallel dazu eskaliert der Poker um Luka Vuskovic. Hamburgs Sportchef Jonas Boldt reiste vergangene Woche nach Split, um mit Hajduk eine Ablöse von zwölf Millionen Euro plus Bonus zu verhandeln. Chelsea und Spurs lauern, doch der Kroate will Stammzeit vor der WM. Ein Wechsel im Winter gilt als wahrscheinlich – HSV führt die Liste, weil Trainer Meré das Talent sofort in die Startelf stellen will.

Die Risiken? Groß. Vuskovic lieferte in dieser Saison erst 450 Bundesliga-Minuten, in der Nations League 90. Dalic nimmt ihn trotzdem mit, weil dessen Spielintelligenz laut Analysen 92 Prozent der Pässe vor dem Gegner erkennt. „Er ist kein Rohdiamant mehr, er ist geschliffen“, sagt Co-Trainer Ivica Olic.

Die Gruppenauslosung beschert Kroatien eine machbare Reise: Erster Gegner wird Marokko, dann folgen Gastgeber Kanada und ein Play-off-Sieger. Die Statistik spricht für Modric: In den letzten 17 Pflichtspielen mit kroatischem Dress verlor er nur einmal, als er fehlte. Seine Präsenz allein zieht die jungen Kräfte an wie ein Magnet.

Fünf turniere, ein ziel: endlich der titel

Fünf turniere, ein ziel: endlich der titel

Kein Europäer hat jemals fünf Weltmeisterschaften in Folge als Leitfigur bestreiten dürfen. Matthus, Buffon, Cristiano – alle schafften es nur mit Unterbrechungen. Modric könnte Geschichte schreiben, selbst wenn er nur 60 Minuten pro Spiel läuft. Die physischen Daten lassen ihn jünger wirken: 32,3 km/h Spitze im Oktober-Test gegen Polen, 11,2 km Distanz im Schnitt. Dalic plant mit ihm als Joker-Kapitän, der in der K.-o.-Phase von Anfang an spielt.

Die Wette der Föderation: Ein Cousin, ein 40-Jähriger und sieben Debütanten sollen den fehlenden Titel holen. Setzt sich der Plan, wäre es der spektakulärste Generationswechsel seit der spanischen Ära 2010. Scheitert er, wird man Modric trotzdem feiern – aber ohne Pokertisch in der Hand.

Kroatien startet am 15. Juni in Toronto gegen Marokko. Die Uhr tickt, der Adler kreist – und Modric dribbelt weiter, als wäre er 25.