Mixed-double regt sich auf: alcaraz, świątek & co. kassieren millionen und sprengen alle rekorde
Die US Open haben den Mixed-Wettbewerb kurzerhand zur vielbefahrenen Hauptstraße umgebaut – und die Tenniswelt schaut gebannt. Statt unbekannter Spezialisten treten jetzt Carlos Alcaraz, Emma Raducanu, Novak Djokovic und Iga Świątek an, kassieren für zwei Tage Arbeit bis zu einer Million Dollar und lassen die Zuschauerzahlen in Dimensionen schnellen, von denen reine Einzelturneien nur träumen.
Preisgeld verfünffacht – 4,5 millionen locken die superstars
Die Rechnung ist den Veranstaltern schnell klar gewesen: Wer 200.000 Dollar Siegprämie auf 1 Million hochschraubt, zwingt die globalen Marken, mitzuziehen. Vital Proteins sprang als Titelsponsor ein, bespickte die Pausen mit Dance-Acts, besetzte Promi-Podcasts live und verwandelte die Tribünen in ein Instagram-freundliches Partydorf. Ergebnis: 78.000 Besucher vor Ort, 170 Länder vor den Bildschirmen, 12,8 Millionen Abrufe auf YouTube binnen 24 Stunden – ein Tagessatz, der sogar Wimbledon alt aussehen lässt.
Doch das US Open-Management ging noch einen Schritt weiter. Matchdauer gekapert, Sätze auf No-Ad verkürzt, Einlasstunnel mit Light-Show – alles, um die jüngere Zielgruppe nicht einmal zur Toilette zu entwischen. Die durchschnittliche Verweildauer pro User in der App stieg auf 7:04 Minuten, 30 % über Branchendurchschnitt. Die Message an die Konkurrenz: Schneller, lauter, prominenter – sonst schaltet um.

Indian wells und united cup ziehen nach – der boom rollt weiter
Nach dem New Yorker Großversuch wackelt der gesamte Kalender. Indian Wells erhöhte das Preisgeld für sein Mixed-Event auf 1 Million Dollar, verwandelte die harmlose Eisenhower-Cup-Exhibition in eine Glamour-Nacht mit Świątek/Ruud und Rybakina/Fritz. Die Gewinner Bencic/Cobolli nahmen allein 468.000 Dollar mit – Gagen, die früher nur Einzel-Finalisten sahen.
Selbst die United Cup, eher Nationenwettbewerb denn reines Mixed-Turnier, hält ihre 11,8 Millionen Dollar Gesamt dotiert – trotz leichtem Rückgang ein Signal: Wer nicht gemischt spielt, verschenkt Mediawert. Die Folge: Sponsoren buchen Pakete Jahre im Voraus, TV-Sender streichen Slots für Testspiele und Analysten diskutieren lautstark, ob Olympia 2028 seine Mixed-Konkurrenz noch weiter aufstocken muss.
Die einst gemütliche Disziplin ist damit zum Profiturbo mutiert. Ob die Tradition der Doppelspezialisten dabei auf der Strecke bleibt, ist offen. Eines steht fest: Solange Alcaraz und Świątek für einen Wochenendtrip locker eine siebenstellige Prämie kassieren, bleibt das Mixed-Feld ein Superstar-Gentlemen's Dinner – und die Zuschauer bestellen nach.
