Minden hängt wieder ab: 31:36 in erlangen lässt den abstieg näher rücken

Die Sekunden liefen ab, der Ball rollte – und wieder rollte er ins Mindener Netz. 31:36 in Erlangen, vierte Niederlage im vierten Spiel seit der Winterpause. GWD Minden bleibt 2026 sieglos, der Abstiegsgurgel wird enger.

Kristjánsson schießt minden in die krise

Kristjánsson schießt minden in die krise

46 Minuten lang roch es nach Befreiung. Antanavičius hatte das 18:17 markiert, die 800 mitgereisten Fans aus dem Mühlenkreis schmetterten ihr „Hooo-oooh!“ durch die Hagebaum-Arena. Dann schaltete Viggó Kristjánsson den Turbo auf. Sechs Tore in Folge, 23:18 – ein isländischer Schneesturm im Fränkischen. Endstand: 16 Treffer für Kristjánsson, eine komplette Abwehrreihe auf Mindener Seite, die wie durchgedreht wirkte.

Trainer Aaron Ziercke nahm seine Auszeit, aber die Worte verpufften im Getöse. Ballverlust, Konter, 33:28 – der Drops war gelutscht. Die Mindener haben nun nur noch vier Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz, und die HSG Wetzlar wartet bereits am Samstag im heimischen Kampa-Dome. Ein echtes Sechs-Punkte-Spiel, das jetzt schon nach Endspiel stinkt.

Die Statistik wird zur Geißel: zwei Remis, zwei Niederlagen, nur 52 % Trefferquote aus dem Feld – das reicht in der Liga der Drei-Meter-Riesen nicht mal für ein Alibi. Im Hinspiel hatten die Ostwestfalen noch 30:29 gewonnen, doch diese Version von GWD wirkt kurz vor der Selbstaufgabe.

Die Frage ist nicht mehr, ob Minden unten landet, sondern wie tief es noch geht. Die Mannschaft, die einst mit Tempohandball Punkte sammelte, steht nun mit dem Rücken an der Wand. Kein Sieg, kein Selbstvertrauen, kaum noch Luft. Wer am Samstag gegen Wetzlar nicht gewinnt, darf die zweite Liga schon mal auf Google Maps eingeben.