Milan-sturm vor derby: bartesaghi und gabbia fallen aus – giménez kämpft ums comeback
Derby-Panik beim AC Milan! Drei Tage vor dem Showdown mit Inter bröckelt der Kader von Trainer Allegri. Außenverteidiger Davide Bartesaghi zog sich beim 2:1 in Cremona eine Oberschenkel-Überlastung zu – keine Muskelruptur, aber die Schmerzen reichen, um seine Teilnahme am Sonntag in Frage zu stellen. Die medizinische Abteilung spricht von „Tag-zu-Tag-Beobachtung“, ein Euphemismus, der im Fussitalienisch soviel heißt wie: 50-50.

Gabbia trainiert sogar am freien tag
Matteo Gabbia ist der nächste Defensiv-Puzzlestein, der wackelt. Der Innenverteidiger spürt seit dem Parma-Spiel ein Ziehen in den Beugern, ließ schon Cremona aus und auch heute, obwohl Allegri den Mannschaft frei gab, ging er zur Kur nach Milanello. Der Klub nennt es „präventives Arbeiten“, doch hinter den Kulissen sickert durch, dass Gabbia nur mit Schmerzmittel durch die 90 Minuten in Parma gestaumt hat. Seine Ausfallzeit könnte länger werden, sollte das Resentiment in eine leichte Faserdegeneration umschlagen.
Die einzige gute Nachricht kommt aus Mexiko – genauer: vom mexikanischen Neuzugang Santi Giménez. Nach seiner Syndesmose-Operation im Januar zeigte die heutige Kontroll-Untersuchung „vollständige Knochenkonsolidierung“. Das bedeutet: Kein Ödem, keine Instabilität, keine Gefahr für ein erneutes Einrasten. Allegri hatte schon nach dem Cremona-Sieg angekündigt, dass Giménez „möglicherweise diese Woche wieder mit der Gruppe trainiert“. Der Plan steht: Donnerstag Jogging, Freitag Ballarbeit, Samstag Testspiel im Training. Wenn die Schmerzskala unter vier bleibt, reist er als Joker nach San Siro.
Der Milan-Fan fragt sich natürlich: Wer spielt rechts, wenn Bartesaghi ausfällt? Estupinan, der beim 1:0 in Cremona die Vorlage gab, steht bereit, doch er ist eigentlich Linksverteidiger. Calabria könnte auf die linke Seite rücken, wodurch rechts wiederum ein Loch entstünde. Allegri liebt diese Rubik’s-Cube-Varianten, aber gegen Inter mit Lautaro und Thuram will man keine improvisierte Kette. Die Wahrscheinlichkeit, dass Milan am Sonntag mit einer Viererkette aus Theo – Tomori – Thiaw – Calabria beginnt, steigt stündlich.
Die Zahlen sprechen für sich: Milan kassierte in den letzten fünf Derbys vier Tore nach Standards, genau jenen Szenarien, bei denen Gabbia und Bartesaghi mit Kopfballstärke glänzen sollten. Fehlen beide, bleibt Tomori als einziger Luftaktive über 1,90 m. Inter hat das studiert.
Der Countdown läuft. Noch 64 Stunden bis zum Anpfiff, und der medizinische Stab tagt jeden Morgen um 8:00 Uhr. Wer bis Samstag-Testspiel nicht sprinten kann, fliegt aus dem Kader. Für Bartesaghi und Gabbia beginnt jetzt die Rennuhr, für Giménez die letzte Runde seiner Reha. Das Derby wartet nicht – und die Nerazzurri auch nicht.
