Milans zehn sünden: so verspielte der diavolo den scudetto
Zehn Fehler. Zehn verpasste Chancen. Zehn Momente, in denen der AC Milan den Titel mit eigenen Händen weggeworfen hat. Während die Rossoneri in der Woche des Derbys bereits zehn Punkte hinter Inter liegen, zeichnet sich ein bitteres Bild ab: Es war kein taktisches Versagen, das den Scudetto kostete. Es waren individuelle Blackouts vor dem gegnerischen Tor.
Pulisic, der fleißige torschütze mit dem schlechten gewissen
Der Amerikaner Christian Pulisic ist einer der besten Torschützen des Teams — und gleichzeitig der Mann mit den meisten teuren Fehlern. Das ist kein Widerspruch, sondern die bittere Wahrheit dieser Saison. Gegen Parma ließ er gleich zwei Großchancen liegen, beim 2:2 und beim 0:1. Gegen Fiorentina scheiterte er zweimal, wo ein kühler Kopf gereicht hätte. Die Zahlen schmeicheln ihm. Die Erinnerungen nicht.
Leao, saelemaekers, fofana — niemand ist unschuldig
Rafael Leão versagte beim Juventus-Spiel, das torlos endete und das Milan hätte gewinnen müssen. Alexis Saelemaekers taucht gleich zweimal in der Fehlerliste auf — einmal beim 2:2 gegen Pisa, einmal beim 2:2 in Parma. Youssouf Fofana, der eigentlich das Mittelfeld kontrollieren soll, scheiterte im entscheidenden Moment gegen Genua. Und dann ist da noch Mike Maignan — ausgerechnet der Torhüter, der sonst Spiele rettet, kostete beim 1:1 gegen Como wertvolle Punkte.
Die niederlage gegen parma war der wendepunkt
Das 0:1 gegen Parma war mehr als eine Niederlage. Es war das Erlöschen einer letzten Hoffnung. Bis dahin konnte man noch rechnen, noch träumen, noch glauben. Danach war der Scudetto kein Ziel mehr — er war eine Erinnerung. Die Mannschaft von Trainer Sergio Conceição hat in dieser Saison zu oft gezögert, wo Entschlossenheit gefragt war. Zu oft gezittert, wo Kaltblütigkeit den Unterschied gemacht hätte.
Natürlich: Mit Konjunktiven gewinnt man keine Meisterschaft. Aber wenn man sich diese zehn Szenen anschaut — diese zehn verpassten Bälle, diese zehn Momente der Schwäche — dann versteht man, warum Milan heute nicht oben steht. Der Diavolo hat sich seinen Rückstand selbst eingebrockt. Und das schmerzt mehr als jede Niederlage gegen den Rivalen aus Mailand.
