Milano-cortina explodiert: jetzt jagen die azzurri die nächsten edelmetalle
Die Träume von Gold wachsen über Nacht. Nach dem Silber von Chiara Mazzel und dem Bronze von Giacomo Bertagnolli in der alpinen Abfahrt stürmen die italienischen Paralympics-Helden am zweiten Wettkampftag auf drei Kampffeldern – und sie haben die Medaillen bereits im Visier.
Der zeitplan, der italiens herz rasen lässt
Um 10:30 Uhr geht Marco Pisani im Biathlon-Sitzen über die 12,5 km – eine Distanz, die ihn 2023 schon zum Weltcupsieg führte. Zwei Stunden später folgt Cristian Toninelli im Stehend-Bewerb; seine Schießserie ist legendär, vier Treffer in Serie reichen für Podest-Luft. Doch der eigentliche Pulsschlag kommt ab 11 Uhr: Snowboard-Cross, viermal italiano im Achtelfinale. Paolo Priolo, Riccardo Cardani, Jacopo Luchini und Emanuel Perathoner preschen über die Whoops von Cortina. Wer hier durchrasselt, holt Edelmetall – das sagt schon der Weltcup-Trend: Drei Italiener standen diese Saison in jedem SB-LL2-Finale.
Curling? Dreimal Rot-Weiß-Grün auf Eis. Die gemischte Squadra trifft um 09:35 Uhr auf China, das Doppel-Mix-Team um 14:35 Uhr auf die USA. Beim letzten Round-Robin-Duell gegen Amerika (18:35 Uhr) könnte der Halbfinaleinzug bereits feststehen – vorausgesetzt, die Steine landen im Haus und nicht im Netz.
Die medaillen fallen heute – und niemand will bis 2026 warten
Die Finals im Snowboard starten ab 12:30 Uhr mit den Small Finals, um 12:45 Uhr folgen die Big Finals. Wer in Cortina an der Seilbahn steht, hört schon jetzt die Jubel-Rufe: „Forza Azzurri!“ Die Kurve trägt. Die Daten auch: Seit der letzten WM hat Italien in Para-Snowboard 42 % seiner Rennen mit Podest-Platzierungen abgeschlossen – ein Wert, den keine andere Nation erreicht.
Im Biathlon stehen die geschwächten Kategorien am Nachmittag auf dem Programm. Die Sehbehinderten Athleten starten mit ihren Guides um 13:15 Uhr (Frauen) und 14 Uhr (Männer). Wer hier trifft, gewinnt – schon ein einziger Fehler schickt Sie aus dem Medaillen-Rennen.
Live läuft alles auf Rai 2, Rai Sport und RaiPlay. Die Quoten vom Auftakt lügen nicht: 3,4 Millionen Zuschauer verfolgten Mazzels Silber, ein Plus von 18 % gegenüber Tokio 2021. Die Paralympics sind längst kein Nischensport mehr – sie sind Dauerbrenner im Fernsehen und Dauerthema in den sozialen Netzen.
Die Uhr tickt. Die Steine gleiten, die Ski flitzen, die Boards kratzen über Harteis. Und irgendwo zwischen Milano und Cortinaschreibt sich ein neues Kapitel italienischer Sportgeschichte – mit Gold statt Tinte.
