Milan lässt sich wieder zeit: 132.000 euro strafe für verspätetes auflaufen

Der AC Mailand hat es wieder getan. Beim 1:1 in Neapel ließen die Rossoneri sich beim Einlaufen fünf Minuten Zeit – und kassierten die elfte Saisonstrafe. 25.000 Euro sind neu dazugekommen, 132.000 Euro summiert sich der Schlamassel mittlerweile.

5.000 Euro pro verspätete minute: das teure „vergnügen“

Gerardo Mastrandrea, der Disziplinarrichter der Serie A, ließ keine Gnade walten. Zwei Minuten Verspätung vor dem Anpfiff, drei nach der Pause – das kostet 5.000 Euro pro Minute. Für Giorgio Furlani, den CEO des Klubs, dürfte das ein Déjà-vu sein. Seit August läuft seine Mannschaft chronisch hinter dem Zeitplan her.

Die Spirale begann mit 4.000 Euro gegen Lecce, stieg über 8.000 gegen Rom und 22.000 im Derby gegen Inter. Kein anderer Klub kommt auch nur annähernd an diese Summe heran. Como steht bei 21.000 Euro, Napoli und Udinese bei 8.000 – zusammen. Der Milan schlägt sie alleine um das Sechsfache.

Warum sich die spieler zeit nehmen – und niemand einschreitet

Warum sich die spieler zeit nehmen – und niemand einschreitet

Trainer Maximiliano Allegri soll intern ein Zeitprotokoll eingeführt haben. Offenbar ohne Erfolg. Laut Kamerabildern verharren die Spieler regelmäßig im Tunnel, tuscheln, ziehen sich die Stutzen hoch, vereinzelte schauen auf die Uhr – und gehen dann gemächlich aufs Feld. Ein Ritual, das langsam zur Satire wird.

Die Liga drohte bereits mit Punktabzug, falls sich die Vergehen häufen. Noch ist Mailand oben dran, punktgleich mit Juventus. Verliert der Klub aber weitere Punkte, könnte genau diese Nachlässigkeit die Champions-League-Plätze kosten.

132.000 Euro – damit könnte man einen jungen Profi ein halbes Jahr bezahlen oder ein Nachwuchslehrgang finanzieren. Stattdessen fließt das Geld in die Kasse der Liga. Die nächste Rechnung kommt bestimmt, denn am Samstag empfängt der Milan Parma. Anstoß ist um 20.45 Uhr – zumindest laut Spielplan.