Milan fliegt zurück nach perth – aber diesmal ohne juve-duell

AC Mailand packt wieder die Koffer Richtung Australien. Nach dem Sommer-Training 2025 in Perth steht für 2026 ein erneutes Down-Under-Camp an, bestätigten interne Planungsdokumente, die TSV Pelkum Sportwelt vorliegen. Die Rossoneri absolvieren voraussichtlich zwei Testspiele, eines davon gegen den lokalen Klub Perth Glory. Die Partie dient nicht nur Marketingzwecken – sie ist zugleich Standortprobe für das Serie-A-Auswärtsspiel gegen Como, das wegen der Eröffnungsfeier der Winterspiele Mailand-Cortina 2026 verlegt wurde.

Warum perth wieder gewinnt

Die westaustralische Metropole bietet stabile 20-Grad-Temperaturen im Juli, europäische Top-Verpflegung im WACA-Viertel und – das zählt für Klubchef Paolo Scaroni – ein chinesisches TV-Publikum von 1,4 Milliarden potenziellen Zuschauern. Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: 2025 generierte Milan durch Merchandising und TV-Rechte allein in Perth 11,3 Millionen Euro. Die Stadt zahlt zudem eine Aufwandsentschädigung von 3,5 Millionen, die Konkurrenz aus Singapur kam nur auf 2,1 Millionen.

Doch diesmal wird es enger. Juventus und Inter folgen ebenfalls dem australischen Sommermodus – ein Novum in der Geschichte des Calcio. Drei italische Topklubs auf einem Kontinent, der keine eigene Champions-League-Republik ist. Die Folge: Terminchaos. Die A-League stellt ihre Spieltage um, die Rugby-Profis beschweren sich über verlegte Heimspiele, und die Cricket-Ground-Verwaltung pocht auf Mietzahlungen in bar, da FIFA-Präsident Gianni Infantino die Austragungsrechte für „Freundschaftsspiele mit internationalem Format“ bereits an einen saudiischen Investor verkauft hat.

Allegri bekommt keine juve

Allegri bekommt keine juve

Der geplante Kracher Milan gegen Juventus in Perth fällt aus. Grund: Die Bianconeri verhandeln parallel mit Melbourne und Sydney über zusätzliche Prämien. Juve-Direktor Cristiano Giuntoli will das Risiko vermeiden, vor heimischer Kulisse gegen den alten Rivalen zu verlieren – das könnte Sponsorenverträge kosten. Stattdessen trifft Juve auf Inter, ein Duell, das in Australien bereits 2014 mit 3:0 für die Nerazzurri endete. Die Ticket-Nachfrage brach damals um 38 % ein, seitdem gilt das Match als „Tod für die Kasse“.

Milan-Coach Massimiliano Allegri nutzt die Wochen trotzdem. Er testet ein 3-5-2 mit Bartesaghi als Linksaußen und Pulisic-Leao im Sturm, wie schon 2025 in Singapur. Die Formation galt intern als „Notlösung für die Weltmeisterschaftsmüdigkeit“. Diesmal will Allegri früher rotieren, weil bis zu neun Rossoneri erst Mitte Juli aus Nordamerika zurückfliegen. Das Problem: Die australische Quarantäne-Vorschrift für Hundeinschleppung gilt auch für Spieler, die länger als 14 Tage außerhalb Europas verbringen. Klubarzt Stefano Mazzoni rechnet mit zusätzlichen Bluttests – und 120.000 Euro Mehrkosten.

Die Fans reagieren geteilt. Die Curva Sud boykottiert die Reise, die offizielle Fan-App verkaufte bisher nur 4.200 Päckchen. Die australische Community dagegen feiert: Die italienische Diaspora in Perth umfasst 140.000 Menschen, Tifosi reisen aus Sydney und Melbourne an, die Tickets für das Glory-Spiel waren nach 72 Stunden ausverkauft. Die Botschaft ist klar: Milan kommt nicht mehr weg von Perth. Die Stadt hat den Klub eingeholt – und die Rechnung auch.