Milan dreht das derby: vier siege, zwei remis – inters macht ist gebrochen

Sechs Niederlagen in Folge, 2:14-Tore, ein Scherbenhaufen stolzer Rossoneri. Dann kam der Klick. Seit dem 22. September 2024 hat der AC Milan viermal gewonnen und zweimal remis, Inter blieb ohne Dreier. Die Nerazzurri beherrschten 16 Monate lang die Stadt – nun bestimmen wieder die Rot-Schwarzen den Takt.

Der sonderling macht den unterschied

Die Wende gelang nicht mit Leihgebühren von 100 Millionen, sondern mit Samuel Chukwueze, Tijjani Reijnders und Youssouf Fofana. Gegen Inter traf Chukwueze in der 89. Minute zum 2:1-Sieg, Reijnders lieferte in der 2:3-Sensation vom 6. Januar zwei Assists, Fofana schnürte den Spielaufbau dicht. Wer vorher Statistiken studierte, fand diese Namen im Abschnitt „unauffällig“. Nun stehen sie im Derby-Kapitel der Klubgeschichte.

Trainer Paulo Fonseca hatte die Parole ausgegeben: hohes Pressing, sofortige Verdichtung nach Ballverlust, Flügelwechsel ins halboffene Zentrum. Inter plötzlich ohne Solutions, Lautaro Martínez in vier Derbys ohne Treffer. Die eigenstänige Umstellung auf 4-2-3-1 mit Christian Pulisic hinter dem Sturm klappte binnen zwei Wochen – sonst braucht Milan Jahre, um neue Systeme zu verdauen.

Der bann ist geschichte – und die tabelle lügt nicht

Der bann ist geschichte – und die tabelle lügt nicht

Die Folge: Milan liegt vor dem Duell vom 23. April 2025 drei Punkte vor Inter, die Goal-Differenz spricht erstmals seit 18 Monaten für die Rossoneri. Die Curva Sud feiert nicht nur Siege, sondern die Rückkehr der Selbstachtung. Die Scudetto-Frage bleibt offen, doch wer jetzt noch von Nerazzurro-Dominanz schwadroniert, guckt in alte Spielberichte.

Fakt: In den letzten sechs Stadtduellen kassierte Inter neun Gegentreffer, nur vier eigene Tore. Die Serie der Mini-Elfmeter-Punkte ist geplatzt. Milan spielt wieder nach vorne, statt zu retten. Und die nächste Runde? Sie findet am 23. April statt, Tickets sind in 32 Minuten ausverkauft. Das sagt mehr über den Zustand der Stadt als jede Taktik-Analyse.