Milan: die teuren verspätungen – ein luxusproblem?

Der AC Milan hat sich auf dem Weg zum Scudetto eine teure Angewohnheit zugelegt: Ständige Verspätungen beim Einlaufen auf das Spielfeld kosten den Rossoneri bereits satte 132.000 Euro. Während die Mannschaft auf dem Platz dominiert, scheint die Pünktlichkeit offenbar nicht oberste Priorität zu haben – und die Fans fragen sich, wohin das Geld eigentlich verschwindet.

Die uhr tickt: maignan und rabiot als spitzenreiter

Gegen den SSC Neapel sorgten die Milan-Profis erneut für Verzögerungen, die die Liga zur Kasse bitten musste. Einmal mehr waren es Mike Maignan und Adrien Rabiot, die sich die meiste Zeit beim Einlaufen ließen. Es ist kein Einzelfall: In dieser Saison hat der AC Milan bereits eine beachtliche Summe an Strafen für verspätete Einläufe bezahlt – eine Summe, die in Relation zu den Erfolgen auf dem Platz fast schon ironisch wirkt.

Die Analyse der ersten Halbzeit und die Vorbereitung auf den zweiten Durchgang zogen sich offenbar in die Länge. War es ein taktischer Schachzug? Oder einfach nur mangelnde Disziplin? Fest steht: Die Verspätungen kosten nicht nur Geld, sondern auch Zeit und Nerven. Und während Max Allegri bei Juventus Turin stets auf „Halma“ pocht – das bedeutet Pünktlichkeit – scheint die Uhr im Mailänder Dress anders zu gehen.

Wo landen die strafgelder? ein festmahl für das team

Wo landen die strafgelder? ein festmahl für das team

Die Frage, wohin das kassierte Geld eigentlich abwandert, ist ebenso interessant wie die Ursache für die Verspätungen. Während der Como Calcio mit „geringen“ 21.000 Euro folgt, liegt der AC Milan klar in Führung. Die Strafen fließen hauptsächlich an die Liga und werden für soziale Zwecke verwendet. Doch es gibt auch eine pikante Wendung: Ein Teil der Gelder wird für interne Belohnungen genutzt. So wurde im Februar ein luxuriöses Abendessen im Hotel Gallia veranstaltet, bei dem sich die gesamte Mannschaft – inklusive Staff und Magazzini – kulinarisch verwöhnen ließ. Der Rechnungsbetrag soll sich im vierstelligen Bereich bewegt haben.

Die kleinen Eigenheiten der Spieler tragen ebenfalls zum Problem bei: Maignans sorgfältiges Anlegen der Handschuhe, Rabiots Perfektion beim Zopfbinden und Leaos gemächliche Art – all das kostet Zeit. Und während die Spieler in der Kabine lange diskutieren, kann es durchaus sein, dass der Trainer Max Allegri bereits über den nächsten Gegenspieler grübelt.

Ein amüsantes Beispiel lieferte das Spiel gegen die AS Rom im Januar, als Schiedsrichter Colombo Maignan mehrfach aufforderte, die Treppe des Stadions zu verlassen. „Maignan, wir warten auf euch, wir liegen im Zeitplan!“, rief er. Maignans Antwort: „Wir sind zu sechst.“. Ein kurzer Blick auf die Uhr zeigte, dass die Römer längst bereit waren. Doch auch hier zeigte sich, dass die Pünktlichkeit nicht immer oberste Priorität hat.

Die Geschichte des AC Milan ist somit eine Mischung aus sportlicher Exzellenz und einer gewissen Nonchalance, die den Verein auszeichnet. Ob die teuren Verspätungen am Ende doch noch einen entscheidenden Einfluss auf den Saisonverlauf haben werden, bleibt abzuwarten. Fest steht jedoch: Der AC Milan hat sich ein Luxusproblem geleistet, das die Kasse belastet und die Fans amüsiert.