Milan: cardinale nimmt das ruder in die hand – ein neuanfang unter amorim?

Nach zwei enttäuschenden Saisons scheint der Mailänder AC endlich einen klaren Kurs zu verfolgen. Gerry Cardinale, der Mann hinter RedBird, hat die Kontrolle übernommen und scheint bereit, tief in die Taschen zu greifen, um den Traditionsverein wieder an die Spitze zu führen.

Die neue hierarchie: cardinale im fokus

Die neue hierarchie: cardinale im fokus

Formal gesehen gehört der AC Milan RedBird, doch in den letzten Wochen stand der Name Gerry Cardinale im Mittelpunkt. Der gebürtige US-Amerikaner, der in Pennsylvania aufgewachsen ist, hat nach dem erneuten sportlichen Misserfolg nach dem Spiel gegen Cagliari die Initiative ergriffen. Während die Umstrukturierung des Managements etwas Zeit in Anspruch nahm, ist Cardinale nun unverkennbar in den Prozess involviert – mit Zeit, Geld und vor allem mit persönlichem Einsatz.

Die vergangenen Tage waren von fieberhafter Aktivität geprägt. Zunächst wurden die Schlüsselpositionen im finanziellen und sportlichen Bereich neu besetzt. Anschließend folgten zwei entscheidende Treffen, die den Grundstein für die neue Saison legen sollten. Das erste, am Freitag in Casa Milan mit der gesamten Führungsebene, diente sowohl der Präsentation von Managementrichtlinien als auch ersten Marktindikationien. Anwesend waren unter anderem CEO Massimo Calvelli, der frisch befördert wurde, der Leiter des Player Tradings Hendrik Almstadt, die Köpfe hinter Football Intelligence, Bobby Gardiner, und der Chefscout Donato Lomonte – allesamt Akteure, die maßgeblich an der Verpflichtung von Gonçalo Ramos beteiligt waren.

Das zweite Treffen fand in Lissabon statt, dem „Zuhause“ von Amorim. Über vier Stunden lang sassen Eigentümer, Führungskräfte und der neue Trainer gemeinsam am Tisch, um sich intensiv mit Transferwünschen auseinanderzusetzen und eine gemeinsame Linie zu entwickeln. Ein persönliches Gespräch, das über die Grenzen einer Videokonferenz hinausgeht und die Basis für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit schaffen soll.

Cardinale hat Amorim die volle Unterstützung zugesichert und signalisiert, seinen Wünschen Priorität einzuräumen. Dies unterstreicht nicht nur die Bedeutung des neuen Trainers, sondern signalisiert auch einen deutlichen Bruch mit der Vergangenheit, als Entscheidungen oft von anderen Akteuren dominiert wurden. Die Einbeziehung von Amorim in den Entscheidungsprozess ist ein zentrales Element des neuen Kurses und soll sicherstellen, dass alle Bereiche des Vereins – von der Scoutingabteilung bis zum Player Trading – Hand in Hand arbeiten.

Die Entscheidungsfindung im neuen Milan ist jetzt schlanker und direkter. Cardinale übernimmt die Verantwortung für wichtige Entscheidungen, was die bürokratischen Hürden reduziert und den Prozess beschleunigt. Natürlich arbeiten die einzelnen Abteilungen weiterhin autonom, aber ihre Ergebnisse fließen in eine klare Entscheidungsstruktur ein: Der Scouting-Leiter (Lomonte) schlägt Spieler vor, die Football Intelligence (Gardiner) ergänzt oder bewertet, der Player Trading-Leiter (Almstadt) führt die Verhandlungen, der CEO (Calvelli) prüft die finanziellen Auswirkungen und Cardinale gibt schließlich das finale Go.

Auch Zlatan Ibrahimovic, der als Berater fungiert, spielt eine Rolle, wenn auch eine klar definierte. Cardinale hat deutlich gemacht, dass Zlatan lediglich eine beratende Funktion hat und keine direkten Entscheidungen trifft – er kann jedoch den einen oder anderen Impuls geben, so wie er es im Ramos-Deal mit Al-Khelaifi tat.

Die Zukunft des AC Milan hängt nun von der erfolgreichen Umsetzung dieser neuen Strategie ab. Cardinale hat die Weichen gestellt – nun liegt es an Amorim und seinem Team, sie richtig zu fahren. Die Fans dürfen hoffen, dass dieser Neuanfang endlich wieder zu Erfolgen auf dem Platz führt.