Miami-shocker: berrettini raus, vacherot fliegt – und ein spanier zieht mit rang 151 in acht

Matteo Berrettini schlug mit dem Racket auf den roten Sand, aber der Aufschlag des Monegassen war schon längst im T – 6:4, 7:6(5) für Valentin Vacherot, und damit ist Italiens Hoffnung im Herren-Tennis nach 98 Minuten erledigt. Die «Martello»-Maschine blieb stotternd stehen, während der 24-jährige Qualifikant aus Monte Carlo zum zweiten Mal in seiner Karriere die Achtelfinals eines Masters 1000 erreicht.

Vacherot spielt wie ein top-10-mann – und schickt berrettini auf position 87

Schon im vierten Game nahm Vacherot den Break, weil Berrettinis Vorhand zu lang und seine Laufwege zu kurz wurden. Der Italiener kam zwar zurück, doch im Tiebreak schlug der Monegasse dreimal die Rückhand cross, wo sonst Berrettinis Vorhand haust. 86 % erster Aufschlag, 22 Winner, nur neun unerzwungene Fehler – Zahlen, die normalerweise Berrettini schreibt. Stattdessen rutscht der Römer von Platz 68 auf 87, weil er die Viertelfinal-Punkte von 2025 nicht verteidigt. «Ich habe das Gefühl, dass er jeden Ball zwei Meter vor mir gespielt hat», sagte Berrettini nach dem Match. «Das ist frustrierend, weil ich wusste, was kommt – und trotzdem zu spät war.»

Die Arena 2 applaudierte höflich, aber erkennbar überrascht. Vacherot selbst schien es kaum zu glauben: «Ich habe heute nicht gegen Matteo gespielt, ich habe gegen sein Image gespielt – und gewonnen.» Nun trifft er auf Arthur Fils, der zuvor Stefanos Tsitsipas mit 6:0, 6:1 demütigte – die klarste Niederlage des Griechen im ATP-Tourzeitalter.

Landaluce schreibt geschichte mit rang 151

Landaluce schreibt geschichte mit rang 151

Während Berrettini packt, packt Martin Landaluce den Koffer voller Selbstvertrauen. Der 20-jährige Madrilene schickte Karen Chatschanow (ATP 15) mit 6:3, 7:6(2) nach Hause und ist damit der zweitniedrigst platzierte Spieler (Platz 151), der seit 2000 die Achtelfinals in Miami erreicht – nach Taylor Dent (467) 2009. 25 Winner, ein Aufschlagspiel bei 67 % – und ein Jubel, der an Rafael Nadal erinnerte, als Landaluce im Tiebreak die Rückhand long line versenkte. Gegen Sebastian Korda wird es ein Duell der Next-Gen-Talente, doch für Landaluce zählt schon jetzt: «Ich bin hier, um zu bleiben, nicht nur zum Hallo sagen.»

Frauen-Topseed Aryna Sabalenka ließ Caty McNally nur neun Games, trifft nun auf Qinwen Zheng – eine Final-Revanche von Melbourne. Doch die eigentliche Geschichte dieses Samstags in Miami heißt Vacherot. Ein Mann, der vor zwei Jahren noch Challenger in Dijon gewann, nun also den Masters-Koloß aus dem Tritt bringt. Berrettini wird nach Miami fliegen, aber nicht mehr spielen. Die Saison ist für ihn erst einmal gestoppt – und für Vacherot und Landaluce erst richtig losgegangen.