Medvedev fordert radikale reform der atp-weltrangliste
- Medvedev fordert radikale reform der atp-weltrangliste
- Hoher druck durch konstante punktejagd
- Der zwang zur teilnahme an weniger prestigeträchtigen turnieren
- Medvedevs lösung: konzentration auf die wichtigsten turniere
- Realistische einschätzung: wirtschaftliche interessen stehen im weg
- Anpassungen ab 2026 – aber noch nicht die erhoffte revolution
- Weitere tennis-news aus dubai und acapulco
Medvedev fordert radikale reform der atp-weltrangliste
Daniil Medvedev hat sich während des ATP-Turniers in Dubai für eine grundlegende Neuausrichtung des Weltranglistensystems ausgesprochen. Der russische Topspieler plädiert dafür, ausschließlich für Grand-Slam- und Masters-Turniere Punkte zu vergeben, um den enormen Druck auf die Profis zu reduzieren und die physische Belastung zu verringern.
Hoher druck durch konstante punktejagd
Der Druck, ständig Punkte sammeln zu müssen, zwinge viele Spieler, mehr Turniere zu bestreiten, als eigentlich sinnvoll sei, so Medvedev. Besonders im Hinblick auf die Qualifikation für die ATP-Finals in Turin gehe dies oft an die körperlichen Grenzen. Er nannte als Beispiel Holger Rune, der sich im Herbst beim ATP-250-Turnier in Stockholm eine Achillessehnenverletzung zuzog.

Der zwang zur teilnahme an weniger prestigeträchtigen turnieren
Auch wenn diese Turniere formal nicht verpflichtend seien, entstehe faktisch ein Zwang zur Teilnahme, um die Top-8-Platzierung und damit die Teilnahme an den Finals zu erreichen. “Alle sagten: Ja, aber er muss dort nicht spielen. Doch wenn er nach Turin will, muss er eben – selbst wenn es keine Pflicht ist”, argumentierte Medvedev.

Medvedevs lösung: konzentration auf die wichtigsten turniere
Medvedevs Vorschlag sieht vor, Punkte nur bei den vier Grand-Slam-Turnieren und elf Masters-Events (statt der bisherigen neun) zu vergeben. Dies würde die Entscheidung für oder gegen die Teilnahme an kleineren Turnieren deutlich erleichtern. “Ohne Punkte wäre die Entscheidung viel leichter”, betonte er, und erzählte, dass er im vergangenen Jahr sieben Turniere in Folge gespielt habe, obwohl er das nicht unbedingt habe tun müssen.
Realistische einschätzung: wirtschaftliche interessen stehen im weg
Allerdings räumte Medvedev selbst ein, dass sein Vorschlag kaum realistisch sei. Viele kleinere Turniere seien wirtschaftlich auf die Vergabe von Ranglistenpunkten angewiesen, um Topspieler anzuziehen. Eine Reduzierung würde bestehende Strukturen tiefgreifend verändern. “Die anderen Turniere werden nicht sagen: Okay, wir sind raus, weil sie Geld verlieren würden. Es ist ein Geschäft”, erklärte er.
Anpassungen ab 2026 – aber noch nicht die erhoffte revolution
Ab 2026 wird die Berechnung der Weltrangliste zwar leicht angepasst, indem maximal 18 Turniere in die Wertung einfließen, anstatt bisher 19. Dies sei jedoch nicht die von Medvedev angestrebte grundlegende Reform. “So wie die Tour aktuell strukturiert ist, wird sich nichts ändern. Zumindest nicht, solange ich spiele”, zeigte sich Medvedev pessimistisch.
Weitere tennis-news aus dubai und acapulco
- Zverev überspringt Auftakthürde in Acapulco und will das Tennis mehr genießen.
- Tsitsipas, der Titelverteidiger, ist in Dubai ausgeschieden; Struff scheiterte erneut an Bublik.
- Fils und de Minaur äußerten sich kritisch über die Ballqualität bei einem anderen Turnier.
