Medaillen-traum platzt: marchand bricht auf der loipe zusammen
Kurz vor dem Ziel ging das Licht aus. Kathrin Marchand kippte auf der Mitteldistanz in die Schneewehe, 23 Sekunden Vorsprung auf Bronze – weg. Die 35-Jährige musste sich festhalten lassen, als hätte der Schlaganfall von vor fünf Jahren zurückgeschlagen.
Die zuschauer schwiegen, als zwei helfer sie wegtrugen
Die Bilder gingen um die Welt: Eine Athletin, die sich auf italienischem Schnee wieder aufrappelte, nur um zu spüren, wie ihre linke Körperhälfte streikt. „Das vorletzte Licht ist kurz ausgegangen“, schrieb sie später auf Instagram. Gemeint ist jenes Lampenfieber, das sie seit dem Umstieg vom Rudern auf Skilanglauf begleitet. Denn Marchand ist die erste deutsche Sportlerin, die Olympische Sommerspiele, Sommer- und Winter-Paralympics bestreitet. Ein Rekord, der jetzt mit bitterem Beigeschmack endet.
Am Dienstag hatte sie im Sprint schon 1,9 Sekunden auf Bronze gefehlt. Drei Tage später also Revanche – und prompt die Katastrophe. Die Loipe in Piemont war tief, pulverig, ein Kraftkiller. Nach fünf Kilometern schoss Marchand noch in Führung, dann drehte sich alles. Schwindel. Übelkeit. Aus.

Marburger folgt ihr in den schneekrieg
Sebastian Marburger erlebte den Déjà-vu. Nach Silber im Sprint schleppte sich der 28-Jährige krank auf die 10 km, gab auf, wurde gestützt. Infekt der oberen Atemwege, hieß es. Für beide Athleten bleibt nur die Erkenntnis: Paralympic- Schnee frisst Kraft, egal wie gut die Vorbereitung war.
Der deutsche Verband zog Bilanz: zwei Starter, zwei Ausstiege, null Medaille. Maximilian Weidner rettete mit Rang elf das letzte Fünkchen. Er sprach es aus: „Es ist richtig weich und tief.“ Tief genug, um Träume zu versinken.
