Mcgrath stiehlt noel die slalom-kugel – straßer verpasst finale-sensation
Atle Lie McGrath hat sich den Traum erfüllt, den er sich bei Olympia zerschlagen hatte: Der Norweger fuhr am Sonntag in Hafjell als bester Slalomfahrer der Saison über die Ziellinie – und zwar mit einem Achter-Rang, der reichte. Lukas Pinheiro Braathen rutschte im zweiten Lauf weg, Clement Noel nagelte zwar den Sieg hin, doch die 64 Punkte Rückstand blieben. Kleine Kristallkugel, großer Jubel.
Die szene, die niemand vergisst
McGrath hatte in Cortina noch die Goldmedaille in der Tasche – bis er im Zielhang umkippte und im Schneetreiben landete. Diesmal war die Piste sein Freund. Er fuhr kontrolliert, schonte die Kanten, wartete auf das Patschen von Braathen. Als der Brasilianer mit dem Gesicht im Pulver lag, wusste der 25-Jährige: Jetzt ist die Kugel mein.
Für Linus Straßer endet die Saison mit Platz neun – ein Ergebnis, das die deutsche Skisaison auf eine einzige Zahl reduziert: 3. Das Podest in Kitzbühel, mehr gab es für die Männer nicht. Kein Sieg, keine Führung, kein Spektakel. Nur Straßers Einzelleistung steht zwischen der Bundesrepublik und der statistischen Leere.

Timon haugan krönt sich zum letzten heimhelden
Den Tagessieg sicherte sich Timon Haugan – ein weiterer Norweger, der vor eigenem Publikum die Latten polierte. Es war sein zweiter Weltcup-Sieg, beide in diesem Winter. Die Heimserie der Skandinavier bleibt ungebrochen: Wer in Hafjell fährt, fährt nach vorn.
Die Slalom-Kugel wandert nach Oslo, doch die deutsche Frage bleibt offen. Während McGrath sich für Olympia revanchierte, wartet Straßer auf eine Antwort, die er selbst geben muss. Die nächste Saison beginnt in sechs Monaten. Die Uhr tickt lauter als die Schneekanonen.
