Matthäus und reuter schlagen wellen: wm-titel 2026 ist drin

Lothar Matthäus schmeißt die Kugel, Stefan Reuter nimmt sie auf – 36 Jahre nach dem Finale von Rom prophezeien die beiden, dass Deutschland im Sommer 2026 den fünften Stern klaut

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„Wir haben den turbo gesehen“

Der 64-jährige Rekordnationalspieler redete beim Münchener Kinopremieren der Doku „Italia 90 – Unser Sommermärchen“ nicht lange herum. Sein Fazit fällt knapp aus: Das 6:0 gegen die Slowakei war kein Zufall, sondern der Beweis, dass Julian Nagelsmanns Mannschaft auch dann nicht erstickt, wenn die Luft dünner wird. „So muss es weitergehen“, forderte Matthäus und schob nach, dass die Heilung nach dem EM-Desaster 2024 längst abgeschlossen sei. „Das ist kein Trümmerhaufen mehr, das ist eine verschworene Einheit.“

Stefan Reuter, 59, schaltet sich ein und legt noch einen Gang zu. „Ich traue ihnen extrem viel zu, auch den Titel“, sagt der frühre Rechtsverteidiger, der heute Aufsichtsratschef von Borussia Dortmund ist. Für ihn steht fest: Wer in der Lage ist, die Rollen klar zuzuweisen und Egos zu kaschieren, kann in den USA, Kanada und Mexiko die große Überrashung schaffen. „Die Hierarchie von 1990 war unser Geheimnis. Jeder wusste, wofür er steht – und das akzeptierte auch der Superstar.“

Nagelsmanns system frisst gegner

Nagelsmanns system frisst gegner

Die Zahlen bestätigen die Euphorie der WM-Helden. Seit November kassierte die DFB-Elf in fünf Spielen nur einen Gegentreffer – und der war ein Eigentor. Die Passquote kletterte auf 91 Prozent, die Laufleistung um acht Kilometer pro Partie. „Wenn wir so weiterspielen, brauchen wir keine Angst vor Brasilien, Frankreich oder Argentinien haben“, so Matthäus. Der ehemalige Kapitän erinnert sich selbst gern an das Halbfinale 1990 zurück, als England nach 120 Minuten mit leeren Augen dastand. „Genau dieses Gefühl will ich wieder sehen.“

Doch es gibt ein Aber. Reuter warnt vor zu früher Euphorie. „Das Turnier beginnt erst in 15 Monaten. Ein Kreuzbandriss, ein Formtief, ein Schlag ins Gesicht – alles kann passieren.“ Deshalb plädiert er für einen kühlen Kopf und eine harte Hundstage-Vorbereitung. „Wenn du in Texas bei 38 Grad spielst, brauchst du Lungen wie ein Rennpferd.“

Die Fans jedenfalls haben schon gekauft. Lange vor dem offiziellen Ticketstart meldete die DFB-Fanabteilung 180 000 Anfragen für Gruppenspiele in Kansas City und Dallas. „Die Leute wollen wieder glauben“, sagt Matthäus und grinst. „Und wenn wir ihnen das liefern, kriegen wir den Stern – ganz sicher.“