Matthäus: kimmich im mittelfeld – der schlüssel zum wm-titel?

Nach dem enttäuschenden 1:2 gegen Ecuador hat Lothar Matthäus, Rekordnationalspieler, die deutsche Fußball-Nationalmannschaft zur Rede gestellt. Sein Urteil: Nur mit einer taktischen Kehrtwende, insbesondere der Versetzung von Joshua Kimmich ins Mittelfeld, winken bei der Weltmeisterschaft ernstzunehmende Aussichten auf den Titel.

Die unrühmliche wahrheit über kimmichs position

Die unrühmliche wahrheit über kimmichs position

Matthäus ließ in seiner Sky-Kolumne wenig Zweifel daran, dass er Kimmich auf der Rechtsverteidigerposition für ungeeignet hält. „Ich sehe Joshua Kimmich nicht als Rechtsverteidiger. Er ist auf internationalem Niveau zu langsam im Eins-gegen-eins gegen schnelle Spieler“, so der Weltmeister von 1990. Ein deutliches Statement, das die Diskussion um die ideale Position des Spielers neu entfacht.

Doch Matthäus sieht Kimmichs Stärke und Führungspotenzial. „Im Mittelfeld fehlt die ordnende Hand“, betonte er. Hier, so seine Überzeugung, könnte Kimmich seine Qualitäten optimal einsetzen und die jungen Talente wie Florian Wirtz, Jamal Musiala und Armel Bella-Kotchabi zur Seite stehen. Die jungen Spieler verfügen zwar über herausragendes fußballerisches Talent, benötigen aber eine erfahrene Führungspersönlichkeit.

Die nächste Hürde: Paraguay. Im Sechzehntelfinale wartet voraussichtlich Paraguay. Matthäus zeigt sich jedoch optimistisch: „Die Südamerikaner haben eine ähnlich aggressive und körperbetonte Spielweise, aber nicht die Qualität wie Ecuadors Spieler.“ Er glaubt, dass die DFB-Elf mit der richtigen Einstellung und taktischen Anpassung die nächste Runde erreichen kann. „Ich glaube, dass wir die nächste Runde auf jeden Fall überstehen werden.“

Aber Matthäus mahnt zur Vorsicht. Es sei wichtig, „vollen Einsatz“ zu zeigen, aber gleichzeitig „bloß nicht den Fehler machen, jetzt schon an ein mögliches Achtelfinale zu denken“, in dem womöglich Frankreich oder Norwegen auf die deutsche Mannschaft treffen könnten. Das wäre ein ernsthafter Test für die deutsche Elf, die sich zunächst auf die Aufgabe gegen Paraguay konzentrieren muss. Die kommenden Tage werden zeigen, ob der DFB-Trainer Nagelsmann auf Matthäus' Ratschläge hört und personelle Veränderungen vornimmt, um die WM-Chancen zu maximieren.