Marseille im chaos: benatia lost die nerven!

Olympique Marseille steckt tiefer als je zuvor im Krisenmodus! Nach der ernüchternden 0:2-Niederlage gegen den FC Lorient ist es zu einer explosiven Situation gekommen, die durch die Ausführungen des Sportdirektors Medhi Benatia noch weiter angeheizt wurde. Der ehemalige Bayern-Profi, eigentlich dafür verantwortlich, den Verein sportlich zusammenzuführen, hat in einer sechsminütigen Tirade vor der Presse seine Mannschaft öffentlich zerrissen – ein Auftritt, der die Gemüter in Südfrankreich zum Brodeln bringt.

Benatias wutrede: ein skandal für om

„Wenn ich mir das Spiel ansehe, das wir abgeliefert haben, muss ich vor die Presse treten, denn das ist ein Skandal“, polterte Benatia, sichtlich außer sich. Seine Kritik richtete sich vor allem gegen die fehlende Einsatzbereitschaft und den Mangel an Kampfgeist seiner Spieler. „Du spielst gegen Lorient, die nichts mehr zu verlieren haben, und gewinnst keinen Zweikampf, hast keinen Vorstoß nach vorne, bist nicht engagiert, versuchst nichts und schaust ihnen zu.“ Die Worte des einst so respektierten Verteidigers hallen in der französischen Fußballszene nach.

Die Niederlage gegen Lorient katapultierte Marseille auf den sechsten Platz der Ligue 1. Der Traum von der Champions League schrumpft zusehends, nur noch zwei Punkte trennen den Verein von den begehrten Plätzen. Doch der Trend ist besorgniserregend: Aus den letzten vier Spielen gab es drei Niederlagen. Das Chaos in Marseille hatte bereits im Februar seinen Anfang genommen, als Benatia seinen Rücktritt eingereicht hatte, auf Wunsch der Vereinsführung aber eine Fortsetzung bis zum Saisonende zusagte – ein Zugeständnis, das nun offenbar bitter nach hinten losgegangen ist.

Kabinenpsychologie am abgrund: was nun?

Kabinenpsychologie am abgrund: was nun?

Besonders brisant: Benatia äußerte sich auch verärgert über die Reaktion seiner Spieler nach dem Spiel. „Wie viele Spieler sind in die Kabine gekommen und haben den Tisch umgeworfen? Keiner, niemand.“ Stattdessen sei alles „blitzblank“ gewesen, die Flaschen an ihrem Platz. Ein Verhalten, das für einen Verein wie Olympique Marseille schlichtweg inakzeptabel ist. Benatia drohte nun mit Konsequenzen: Die Spieler sollen in den nächsten vier Wochen ihre privaten Pläne über Bord werfen und sich voll und ganz auf die Arbeit konzentrieren. Eine bittere Pille für die Profis, die nun mit einer intensiven Trainingswoche rechnen müssen, in der Abwehr, Angriff, Passspiel und Laufbereitschaft auf dem Prüfstand stehen sollen.

Doch die Ironie des Schicksals liegt auf der Hand: Auch Benatia trägt eine Mitverantwortung für die aktuelle Situation. In den französischen Medien wurde sein Auftritt daher weitgehend kritisiert. Der ehemalige Ligue-1-Trainer Pascal Dupraz nannte seine Tirade bei „RMC“ „peinlich, von einem erfahrenen ehemaligen Spieler.“ Die Frage, ob Benatia und Marseille diesen Scherbenhaufen noch kitten können, bleibt offen. Die kommenden Wochen werden entscheidend sein, ob der Verein dem drohenden Abgrund entkommen kann oder ob die Benatia-Ära in Marseille bereits jetzt scheitert. Die Sportwelt blickt gespannt zu.