Marruecos: vom montpellier-nachwuchs zum wm-helden!

Nur wenige hätten erwartet, dass Marokko bei der Weltmeisterschaft 2026 so für Furore sorgen würde. Ein Name, der in diesem Zusammenhang immer häufiger fällt, ist Redouane Halhal – ein 21-jähriger Innenverteidiger, dessen rasante Entwicklung das Fußballgesicht des nordafrikanischen Landes verändert.

Ein steiniger weg zum durchbruch

Halhal, geboren 2003 in Montpellier, durchlief dort die Jugendakademie und schien als talentierter Verteidiger für die französischen U-Nationalmannschaften vorgesehen. Bereits 2019 wurde er von Frankreich für ein Freundschaftsspiel gegen Italien in die U17-Auswahl berufen. Olivier Dall’Oglio beschrieb ihn damals als „soliden, robusten und kopfballstarken Spieler, der an Konstanz arbeiten muss.“

Doch sein Weg zur internationalen Bühne war alles andere als geradlinig. Nach einer Phase bei Montpellier, in der er mehrmals zum ersten Team gehörte, folgte ein Wechsel zum filialen Atlético Madrid, wo er sich jedoch nicht durchsetzen konnte. Eine halbe Saison verbrachte er ohne Verein, bevor ihn Mechelen unter Vertrag nahm und an Helmond Sport verlieh. Dort bewies er jedoch sein Potenzial und wurde schließlich zur festen Größe in der Belgian Pro League.

Seine beeindruckenden Statistiken sprechen für sich: Als Achter der Liga mit der höchsten Passquote (91,1%), Vierter im Ranking der erfolgreichsten langen Bälle (73,2%) und Sechster in Bezug auf Ballgewinne (1,91) pro Spiel – Halhal hat sich in Belgien einen Namen gemacht. Frederik Vanderbiest, sein Trainer in Mechelen, sieht allerdings noch Verbesserungspotenzial: „Er hat eine gewisse Sicherheit, die manchmal in Nachlässigkeit umschlägt. Bei einfachen Situationen macht er Fehler, was aber bei jungen Spielern, die noch an Erfahrung gewinnen müssen, normal ist.“

Die Tendenz zu überhasteten Aktionen führte zudem zu einer hohen Anzahl von Fouls (1,42 pro Spiel), was ihm in seinem ersten Einsatz für Marokko gegen Haiti zum Verhängnis wurde, als er eine gelbe Karte erhielt. Gegen Kanada fand er jedoch schnell zu seiner Form und zeigte eine überzeugende Leistung mit 63 präzisen Pässen (95% Erfolgsquote), fünf Klärungen und sechs Ballgewinnen.

Die wahl für marokko und der traum von der wm

Die wahl für marokko und der traum von der wm

Ein entscheidender Moment in Halhal’s Karriere war seine Entscheidung, für Marokko zu spielen. Obwohl er von Frankreich umworben wurde, entschied er sich 2022, die Farben seines Großvaters zu vertreten. „Ich bin dem Land sehr verbunden. Es erfüllt mich mit großer Zufriedenheit, dass die Arbeit Früchte trägt“, erklärte er.

Nun hat er bewiesen, dass er bereit ist, in der marokkanischen Nationalmannschaft zu bestehen. Mit seinem körperlichen Spiel, seiner Schnelligkeit und seiner Bereitschaft, das Spiel von hinten heraus zu initiieren, ist er eine wertvolle Ergänzung für das Team von Trainer Mohamed Ouahbi. Dies ist insbesondere angesichts der Verletzung von Chadi Riad von Bedeutung.

Halhal selbst drückte vor dem Turnier seine Begeisterung aus: „Das Spielen bei einer Weltmeisterschaft ist ein Kindheitstraum. Vor allem, weil wir eine Mannschaft von Qualität haben und Großes erreichen können.“

Halhal hat gezeigt, dass er nicht nur ein Notnagel ist. Er ist ein Spieler, der bereit ist, Verantwortung zu übernehmen und sein Team nach vorne zu bringen. Ob er auch gegen Frankreich, im Viertelfinale, überzeugen kann, bleibt abzuwarten. Eines ist jedoch klar: Redouane Halhal ist ein Name, den man sich in der Welt des Fußballs merken sollte.