Maria tobt über queen's: „als titelverteidigerin…“,
Ein Schlag für den deutschen Tennis-Sport: Tatjana Maria hat scharfe Kritik an der Organisation des Queen's Club Championships geäußert, einem Turnier, das sie im Vorjahr noch selbst gewann. Die gebürtige Colombiana äußerte im Tennis Weekly Podcast Verwunderung und Unverständnis darüber, nicht direkt für das Hauptfeld eingeladen worden zu sein – eine Erfahrung, die sie als Demütigung empfindet.

Ein verpasstes gefühl der wertschätzung
Maria, die sich durch die Qualifikation kämpfen musste, klagt offen über mangelnden Respekt gegenüber Titelverteidigern. „Mit allem Respekt vor dem, was ich letztes Jahr geleistet habe, war ich ziemlich davon überzeugt, dass ich eine Wildcard bekommen würde, oder zumindest davon ausging, weil ich sie im Vorjahr erhalten habe“, so die 37-Jährige. Es handele sich nicht um eine Situation vor fünf Jahren, sondern um das letztjährige Turnier. „Ich habe meine beiden Qualifikationsspiele gewonnen und bin im Turnier, aber es ist die Sache, dass ich die Titelverteidigerin bin.“
Die Situation eskalierte, als sie von Laura Robson, der Turnierdirektorin, erfuhr, dass alle Wildcards an britische Spielerinnen vergeben würden. „Das verstehe ich, klar, aber als Titelverteidigerin ist es für mich schwierig, das zu akzeptieren“, erklärte Maria. Sie betonte, dass sie weiterhin hart trainiert und aktiv sei, trotz ihrer Mutterrolle und ihres Alters. „Ich bin 37 Jahre alt, Mutter von zwei Kindern und spiele jede Woche. Es ist nicht so, dass ich eine Pause gemacht habe oder die Leute denken könnten: 'Sie ist zurückgetreten'. Nein, ich bin wieder da und kämpfe wieder.“
Die gebürtige Bielefelderin trifft in der ersten Runde auf Maria Sakkari. Ihre Enttäuschung über die Entscheidung der Turnierleitung ist dennoch spürbar und wirft ein schlechtes Licht auf die Wertschätzung von etablierten Spielerinnen in der heutigen Tennisszene. Es scheint, als ob die Tradition des Respekts vor Leistungen langsam verblasst, was besonders für erfahrene Athletinnen wie Tatjana Maria frustrierend sein muss.
