Maran übernimmt albanien: ein neustart mit riva-würde

Gian Piero Maran, der Mann, der einst Gigi Riva zum Schweigen brachte, nimmt eine neue Herausforderung an: Er wird Nationaltrainer Albaniens. Ein Wechsel, der nicht nur für Maran, sondern auch für den albanischen Fußball eine neue Ära einläuten könnte. Der 62-Jährige verlässt Italien und träumt von der Weltmeisterschaft – ein Ziel, das in seiner bisherigen Karriere stets unerreichbar schien.

Die komplimente des „uomo vero“

Die Worte von Gigi Riva, einer Legende des italienischen Fußballs, sind legendär. Seine Anerkennung für Marans Arbeit beim Cagliari war daher umso bedeutsamer. „Der Cagliari von Maran ist sehr schön. Jeder weiß, was er zu tun hat“, soll Riva gesagt haben – ein Kompliment, das Maran zutiefst beeindruckt hat. Diese Wertschätzung, von einem Mann, der selten Lob verteilt, wird ihn in seiner neuen Rolle als Nationaltrainer zusätzlich motivieren.

Maran ist kein Mann der großen Worte, sondern der Taten. Seine Karriere als Trainer ist geprägt von harter Arbeit und dem unbedingten Willen zum Erfolg. Ob in Catania, Chievo, Brescia oder beim Genoa – Maran hat stets das Beste aus seinen Mannschaften herausgeholt, oft unter schwierigen Bedingungen. Die Bilanz spricht für sich: Aufstiegskampf, Rettungsdramen und ein überraschender Angriff auf die europäischen Plätze mit Catania.

„Ich bin wie ein Handwerker“, so Maran, der aus einer Familie von Bauarbeitern stammt. „Mein Vater und meine Brüder waren im Baugewerbe tätig. Ich bin genauso – ich suche nicht das Rampenlicht und mag es, zu arbeiten.“ Diese bodenständige Einstellung könnte genau das sein, was die albanische Nationalmannschaft braucht.

Die erste amtshandlung: einzug nach tirana

Die erste amtshandlung: einzug nach tirana

Maran zieht nicht in die Nähe des Trainingszentrums, sondern ganz nach Tirana. „Die Erfahrung muss man leben“, erklärt er. „Sonntag ziehe ich um und beginne mit der eigentlichen Arbeit.“ Er hat sich bereits mit Gianni De Biasi, dem Vorgänger, ausgetauscht, der ihm wertvolle Tipps gab. „Er hat mir gesagt, ich solle keine Zweifel haben und dass Albanien die richtige Wahl getroffen hat.“

Die Inspiration für seinen Fußballstil sucht Maran in den Erfolgen der Vergangenheit: „Ich orientiere mich am Italien von 1982 und am Holland von Cruijff.“ Ein Fußball, der von Leidenschaft, Kampfgeist und taktischer Finesse geprägt ist. Und er hat ein klares Ziel vor Augen: „Ich möchte meinen Fußball spielen – offensiv, vertikal und kämpferisch. Und ich möchte mit harter Arbeit und Schweiß Erfolge erzielen.“

Die Erinnerung an die schwierige Zeit beim Genoa, als 22 Spieler positiv auf COVID-19 getestet wurden, ist noch frisch. „Das war eine absolute Unsicherheit“, blickt Maran zurück. Doch er hat gelernt, mit Widrigkeiten umzugehen und gestärkt daraus hervorzugehen. Und er hat gelernt, die Leistungen seiner Spieler wertzuschätzen, auch wenn sie nicht immer auf den ersten Blick erkennbar sind. „Pitu Barrientos in Catania hat den Eindruck erweckt, unmotiviert zu sein, aber er hat mir alles gegeben, was er hatte.“

Maran träumt von der Rückkehr in die Nations League B und der Qualifikation für die Europameisterschaft. Und er weiß, dass er dafür alles geben muss. „Ich danke dem Präsidenten der Fédération, Duka, für das Vertrauen. Das Stadion in Tirana hat mich sprachlos gemacht. Ich kann es kaum erwarten, dort zu trainieren.“

Die albanische Nationalmannschaft hat einen neuen Kapitän. Und mit ihm die Hoffnung auf eine erfolgreiche Zukunft. Ein Neustart, der mit der Würde und dem Stolz eines Mannes beginnt, der von Gigi Riva gelobt wurde.