Maradona: schock-vorwurf im todesprozess – hätte ein diuretikum sein leben retten können?
Buenos Aires – Der Fall Diego Armando Maradona spaltet weiterhin die Gemüter. Im laufenden Prozess um die Umstände seines Todes am 25. November 2020 kam ein erschütternder Vorwurf ans Licht: Ein Arzt, der Maradona in den frühen 2000er Jahren behandelte, ist überzeugt, dass der Superstar noch hätte gerettet werden können – mit einem einfachen Diuretikum.

Ein verpasstes fenster zur rettung
Mario Schiter, ein Intensivmediziner, gab vor Gericht an, dass Maradonas Zustand sich innerhalb von 48 Stunden deutlich verbessert hätte, wenn ihm ein Diuretikum zur Reduktion der Flüssigkeitsansammlungen verabreicht worden wäre. „Ich sehe täglich Patienten in dieser Situation auf der Intensivstation“, erklärte Schiter. „Sie kommen mit Herzinsuffizienz, und wir verabreichen Diuretika, um das Blutvolumen zu reduzieren. Nach zwölf Stunden sind sie oft schon wieder auf dem Weg der Besserung.“
Der Arzt betonte, dass Maradona zum Zeitpunkt seines Todes unter einer erheblichen Überflüssigung verschiedener Organe litt – ein Zustand, der mit der Gabe eines Diuretikums hätte behoben werden können. Schiter ist nicht der erste Experte im Prozess, der diese These aufstellt. Die Tragweite dieser Aussage ist immens, da sie die Frage aufwirft, ob der Tod des Fußballgottes vermeidbar gewesen wäre.
Die Anklage: Fahrlässigkeit mit tödlichen Folgen
Im Mittelpunkt des Prozesses in San Isidro stehen sieben medizinische Fachkräfte – ein Arzt, ein Psychiater, ein Psychologe und vier Pflegekräfte – die des Verdachts der Fahrlässigkeit angeklagt sind. Ihnen wird vorgeworfen, durch ihr Handeln oder Unterlassen den Tod Maradonas verursacht zu haben. Die Strafe, die den Angeklagten droht, ist immens: bis zu 25 Jahre Haft. Die Öffentlichkeit ist gespalten, viele fordern eine lückenlose Aufklärung der Hintergründe und eine angemessene Bestrafung, falls sich die Vorwürfe bewahrheiten sollten.
Es ist ein Prozess, der nicht nur die medizinische Praxis in Argentinien in Frage stellt, sondern auch die Frage nach der Verantwortung von Ärzten und dem Schutz von Patienten in den Mittelpunkt rückt. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob die Vorwürfe Bestand haben und ob die Verantwortlichen für den Tod eines der größten Fußballer aller Zeiten zur Rechenschaft gezogen werden.
