Makaay trifft, bayern versagt – das fazit eines kuriosen abends

Roy Makaay war der einzige, der traf. Während die Basketballprofis des FC Bayern gegen Dubai Basketball mit 74:87 das Feld verließen, lachte der 51-Jährige noch mit Herbert Hainer über seinen Freiwurf-Coup. Der Niederländer verwandelte beim Seiten-Entertainment auf Anhieb und sicherte einem Fan ein signiertes Trikot. Die Arena tobte – doch die Begeisterung währte nur kurz.

Die traurige bilanz der bayern-basketballer

Die Münchner starten mit dem Rücken zur Wand in die Rückrunde. Gegen das kriselnde Dubai fehlten Tempo, Kreativität und ein Plan B. Die Statistik spricht eine deutliche Sprache: 35 Prozent Feldwurfquote, 14 Ballverluste, nur sieben Assists. Coach Gordon Herbert hatte die Niederlage vorher angekündigt: „Wir müssen erst wieder lernen, was harte Arbeit bedeutet.“ Seine Spieler folgten dem Lehrstück auf dem Parkett.

Die Defensive war ein Papierschirm im Sturm. Dreimal brachen die Gäste mit simplen Pick-and-Rolls die Zone, zweimal verwandelten sie offene Dreier. Der 14-Punkte-Rückstand zur Pause schien mild, das 29-Defizit im dritten Viertel realistischer. München verpasste den Anschluss an die Play-off-Plätze und rutscht auf Rang 13 der Tabelle – ein Schock für den Mehrfachmillionen-Kader.

Makaays Auftritt hingegen war ein Scherenschnitt aus Erinnerung und PR-Gag. 2003 bis 2007 schoss er 78 Bundesliga-Tore für die Bayern, holte zwei Doubles, wurde zur Legende. Beim Seitenwechsel zog er das Trikot über, schwang sich an die Linie und traf wie eh und je. „Typisch Roy – kalte Füße gibt es für ihn nur im Winter“, sagte ein Stadionmitarbeiter trocken.

Warum der klub auf solche showeinlagen setzt

Warum der klub auf solche showeinlagen setzt

Der FC Bayern Basketball verkauft Erlebnis, nicht nur Punkte. Seit Jahren buhlt die Vereinsführung um Familien, um Spontanbesucher, um jene, die den Unterschied zwischen Man-to-Man und Zone nicht kennen. Die Pause-Cameos sind Dauerbrenner: Hummels traf 2019, Bischof warf von der Mittellinie und wurde TikTok-Star. Die Videos gehen viral, die Marke wächst – selbst wenn die Mannschaft verliert.

Doch die Rechnung geht nur auf, wenn das Team mithält. Sponsoren verlangen Erfolg, Fans wollen Identifikation. Bei fünf Niederlagen in Serie droht die Halle zu hallbieren. SAP Garden mag 11.000 Plätze bieten, doch die Quote der letzten Heimspiele fiel auf 78 Prozent. Der Klub schickt Newsletter mit Betreffzeilen wie „Erlebe den nächsten Makaay-Moment“. Wenn die Basketballer aber weiter so daneben treffen, bleibt nur der gelernte Stürmer als Trostpreis.

Die Saison ist nicht verloren, aber die Uhr tickt. Am Dienstag gastiert Anadolu Efes in München, ein Gegner mit Final-Four-Ambitionen. Trainingsspots laufen bereits, Social-Media-Posts versprechen „Fight und Leidenschaft“. Die Realität: Ohne Rapid-Umschaltung und ohne Zugriff auf die eigenen Stars wie Carsen Edwards droht das nächste Debakel. Und Makaay wird wohl nicht mehr auflaufen – seine Knie sind es, nicht sein Wille.

Am Ende bleibt eine bittere Erkenntnis: Ein ehemaliger Fußballer liefert das einzige Highlight eines Basketballabends. Die erhoffte Sternstunde wurde zur Randnotiz, die Hauptdarsteller verpassten die Bühne. Wenn der Klub nicht zulegt, bleibt SAP Garden bald ohne Show und ohne Sieg – eine leere Arena, in der selbst Legenden nicht mehr jubeln.