Mailand-cortina: erfolge von brignone und lollobrigida überstrahlen fackellauf-enttäuschung
- Letzter einzel-goldmedaillengewinner blickt auf die spiele zurück
- „Wintersport ist vor allem ein spiel für mädchen…“
- Die stärke der italienischen frauen
- Vinatzer und der druck des erfolgs
- Brignone als königin der spiele
- Lollobrigida als große überraschung
- Die bedeutung der spiele und die zukunft des sports
Letzter einzel-goldmedaillengewinner blickt auf die spiele zurück
Giuliano “Razzo” Razzoli, der letzte italienische Einzel-Goldmedaillengewinner bei Olympischen Winterspielen (Vancouver 2010), zieht eine erste Bilanz der Spiele in Mailand-Cortina. Er betont, dass die Erfolge von Federica Brignone und Francesca Lollobrigida die Enttäuschung rund um den Fackellauf in den Hintergrund gedrängt haben. Er äußert sich auch besorgt über die Leistung von Alex Vinatzer, der seiner Meinung nach unter dem Druck, allen recht machen zu wollen, litt.

„Wintersport ist vor allem ein spiel für mädchen…“
Der 41-jährige Razzoli, weiterhin Offizier der Alpini, verfolgte die Wettkämpfe als Kommentator für den RAI. Er merkt an, dass die italienischen Medaillen oft von Athleten stammen, die (oder die zuvor) Militärangehörige waren – ein System, das international studiert wird. Razzoli kommentiert schmunzelnd: „Es scheint, als wären Wintersportarten, ja der gesamte Wintersport, vor allem ein Spiel für Mädchen…“

Die stärke der italienischen frauen
Razzoli lobt die Stärke der italienischen Frauen bei diesen Olympischen Spielen, insbesondere Federica Brignone und Francesca Lollobrigida, die trotz schwerer Verletzungen beeindruckende Leistungen zeigten. Auch die Podestsplätze von Giovanni Franzoni und Dominik Paris im Super-G wurden positiv hervorgehoben. Er sieht in Franzoni einen Athleten mit glänzender Zukunft.

Vinatzer und der druck des erfolgs
Über Alex Vinatzer zeigt sich Razzoli bedrückt. Er befürchtet, dass der Druck, allen Erwartungen gerecht zu werden, Vinatzer beeinträchtigt hat. Er betont, dass es wichtig ist, bei Olympischen Spielen auch bereit zu sein, zu verlieren und mit leichterem Herzen zu starten. Brignone habe dies verstanden.

Brignone als königin der spiele
Razzoli sieht in Federica Brignone das Gesicht der italienischen Delegation bei diesen Spielen. Ihr Gold im Super-G war zwar eine Überraschung, doch er war überzeugt, dass sie auch im Riesenslalom gewinnen würde. Als „König“ der Spiele nennt er den norwegischen Skilangläufer Johannes Klaebo, der jedoch starke Konkurrenz von Franjo Van Allmen aus der Schweiz hat.

Lollobrigida als große überraschung
Die größte Überraschung der Spiele war für Razzoli Francesca Lollobrigida, die nach einer schwierigen Saison mit ihrer Vitalität begeisterte. Er erinnert sich auch an die emotionale Reaktion von Atlie McGrath nach seinem Aus im Slalom und betont die psychische Belastung dieses Sports. Er würde McGrath gerne eine Flasche seines hochwertigen Balsamico-Essigs schenken.
Die bedeutung der spiele und die zukunft des sports
Razzoli betont, dass die Spiele fantastisch waren und die Werte des Sports über die Ergebnisse hinaus in den Vordergrund stellten. Er hofft, dass die Institutionen die Gelegenheit nutzen, in die Sportkultur zu investieren. Obwohl er sich über die Nichtberücksichtigung als Fackelläufer enttäuscht zeigte, blieb er positiv und hob die Schönheit der Leistungen hervor. Die Spiele haben gezeigt, dass Italien viel zu bieten hat.
