Magdeburg zerbricht an parises frühstarten – wiegert schickt alarmstufe rot

34:26 blinkt in Paris wie ein Notruf. Der SC Magdeburg kassiert seine zweite Champions-League-Klatsche in Serie – und diesmal war schon nach acht Minuten klar, dass der amtierende Pokalsieger nur noch die Rollen klatscht.

Die Zahlen sind gnadenlos: 0:4, 1:7 – zwei Starts, zwei Blackouts. „Wir haben keine Sekunde unser Gesicht gefunden“, sagt Bennet Wiegert, sein Blick geht durch die Mixed-Zone wie ein Teppichbomber. „So einen Rückstand holst du in Paris nicht auf – und in Buxtehude auch nicht.“

Die analyse: magdeburg spielte handball aus der retorte

Was war los? Zu viele Einzelaktionen, keine Tempogegenstöße, dafür sieben technische Fehler in der ersten Hälfte. Die Abwehr stand wie ein Schweizer Käse – löchrig, aber teuer. Christian O’Sullivan, sonst der Ruhepol, wirkte wie ein Mann, der vergessen hat, wie man Kreuzband und Spielwitz synchronisiert. „Kein gutes Spiel von uns“ – das war die höfliche Version.

Paris dagegen lief wie ein getunter Tesla: Null Aufwärmzeit, Vollgas. Nedim Remili und Mikkel Hansen drehten Magdeburgs Sechs-Meter-Raum in eine Rotationsmaschine, in der die Gäste nur noch mitkriegen konnten, wie der Ball einschlug.

Die konsequenz: uhr wird zurückgestellt – k.o.-phase rückt näher

Die konsequenz: uhr wird zurückgestellt – k.o.-phase rückt näher

Magdeburg ist zwar bereits für die Hauptrunde qualifiziert, aber die Formkurve zeigt jetzt schon nach unten. Noch zwei Spiele bis zum K.-o.-Modus, und da zählt nur der Trend. „Wir müssen ein paar Schrauben neu anziehen, ein paar Köpfe auch“, sagt Wiegert. Der Trainer deutet an, dass Rotation kein Schimpfwort mehr ist. „Wer nicht liefert, fliegt kurzfristig raus – egal wie viele Titel er hat.“

Die Fans sangen bis zum Abpfiff, 1.200 aus Sachsen-Anhalt, die in Paris ein zweites Domplatz-Feuer entfachen wollten. Stattdessen bekamen sie eine Lektion in Sachen Demut. „Wir schulden ihnen eine Antwort“, so O’Sullivan. Die kommt am Sonntag gegen Kiel – und wenn da wieder 0:4 steht, wird die Rede nicht mehr von „Analyse“ sein, sondern von „Kahlschlag“.

Magdeburg hat zwei Wochen, um die Handbremse zu lösen. Sonst endet die Titelverteidigung nicht im Mai, sondern schon im März – und mit einem Klang, der nach Achtungserfolg klingt, aber nach Vorführung riecht.