Magdeburg verliert tabellenführung: barcelona schlägt zurück

Es war ein Handballspiel, das man so schnell nicht vergisst. SC Magdeburg und FC Barcelonalieferten sich am Donnerstagabend ein Duell auf Augenhöhe – bis die letzten sieben Minuten alles zerstörten. Ein 0:7-Lauf der Katalanen besiegelte eine 29:36-Niederlage der Sachsen-Anhalter und kostete den amtierenden Titelträger den ersten Platz in der Champions-League-Gruppe B. Barcelona schiebt sich vorbei. Magdeburg rutscht auf Rang zwei.

Vier tore in 28 sekunden – das tempo war atemberaubend

Wer in der Anfangsphase noch glaubte, er sehe ein nervöses Abtasten zweier Schwergewichte, wurde schnell eines Besseren belehrt. Beide Teams schenkten sich von Beginn an nichts, wirkten zwar zunächst fehleranfällig, fanden aber rasch in einen Rhythmus, der die Halle in Daueranspannung versetzte. Das Kuriosum des Abends: Binnen 28 Sekunden trafen beide Mannschaften doppelt – von 8:8 auf 10:10, innerhalb eines einzigen Atemzugs.

Barcelona nutzte in der Schlussphase des ersten Durchgangs zwei technische Fehler der Magdeburger eiskalt aus und zog auf 13:16 davon. Doch Magdeburg ließ sich nicht schütteln. Tim Hornke traf doppelt, die Halle explodierte, und 16:16 stand zur Pause auf der Anzeigetafel. Ausgeglichen. Offen. Alles drin.

Der faden riss in der 51. minute

Der faden riss in der 51. minute

Auch nach dem Seitenwechsel blieb das Niveau brutal hoch. Magdeburg hielt die Trefferquote über weite Strecken bei mehr als 80 Prozent, kämpfte sich nach einem 16:18-Rückstand zurück und egalisierte nach 45 Minuten zum 24:24. Bis zur 51. Minute blieben beide Teams auf Augenhöhe – Ausgleich zum 29:29, alles auf Null.

Dann brach etwas in der Magdeburger Defensive. Nicht langsam, nicht schleichend – sondern abrupt. Barcelona roch Blut und ließ in den letzten sieben Minuten keinen einzigen Gegentreffer zu. Sieben Tore in Serie. Ein Schlussspurt, der aus einem engen Duell ein deutliches Ergebnis machte: 29:36. Für die Spanier ist es übrigens der erste Sieg in Magdeburg seit September 2005 – ein Detail, das die Dimension des Abends unterstreicht.

Was dieser abend für die tabelle bedeutet

Was dieser abend für die tabelle bedeutet

Barcelona übernimmt mit diesem Ergebnis die Tabellenführung in der EHF Champions League Gruppe B. Magdeburg, der amtierende Titelträger, findet sich plötzlich auf Platz zwei wieder. Die Niederlage war am Ende nicht ganz unverdient – wer in der entscheidenden Phase sieben Minuten lang keinen Treffer erzielt, darf sich über das Resultat nicht wundern.

Trainer Bennet Wiegert und seine Mannschaft haben in dieser Saison bewiesen, dass sie mit den Besten mithalten können. Aber dieser Abend hat auch gezeigt: Barcelona ist noch immer Barcelona. Und Rekordsieger kämpft man nicht mit 80-Prozent-Trefferquote nieder – man braucht 90.