Magdeburg plant heimlich den nächsten meisterkader – wer muss gehen, wer bleibt?

Während ganz Europa auf das letzte Gruppenspiel gegen Paris Saint-Germain starrt, hat der SC Magdeburg längst die nächste Saison durchdekliniert. Hintenrum laufen Verträge aus, vorn werden Stars gebunden. Die Reihenfolge verrät, wen Bennet Wiegert für unverzichtbar hält – und wer nur noch eine Option ist.

Mertens und musche sind nur die erste sicherung

Lukas Mertens und Matthias Musche hatten noch bis 2027 unterschrieben, trotzdem riss Magdeburg die Verträge vorzeitig auf. Mertens unterschreibt bis 2028, Musche bis 2029. Die Botschaft: Die Flügel bleiben auch dann schnell, wenn der Rest des Kaders schon wieder neu gemischt wird. Doch hinter den beiden Flaggentreibern lauern größere Fragezeichen.

Oscar Bergendahl bekommt sein Schreiben ebenfalls bis 2028. Der Kreisläufer ist 30, blockt, wirft, verteidigt – Kurz: Er passt ins Profil des modernen Allround-Europameisters. Christian O’Sullivan dagegen wird im Sommer 35. Seine Eiszeit schrumpft, Saugstrup und eben jener Bergendahl haben sich als erste Abwehrachse etabliert. O’Sullivan sitzt öfter, spricht offen über „die anderen helfen“ und biegt seine Karriere nebenher in eine Trainerbahn. Die Devise klingt wie ein Abschied ohne Abschiedsgala.

Hernandez und portner gehen – kuzmanovic kostet eine kleine million

Hernandez und portner gehen – kuzmanovic kostet eine kleine million

Im Tor wird’s richtig teuer. Sergey Hernandez fliegt zurück nach Barcelona, Nikola Portner sucht ein noch unbekanntes Abenteuer. Ersatz steht fest: Dominik Kuzmanovic wechselt von Gummersbach, kostet laut Klubkreisen rund 400.000 Euro Ablöse und trifft sofort auf Matej Mandic. Ein Duell um Platz eins mit Ansage – wer verliert, darf zwischendurch Tribüne riechen. Ein dritter Keeper ist weiterhin im Gespräch, weil Wiegert die Last nicht auf zwei Schultern hängen will.

Tim Hornke dagegen beendet nach fast 500 Bundesliga-Einsätzen seine Laufbahn. Die Rechtsaußen-Position wird frei, und hier hat Magdeburg Geld und Lust auf einen Top-Namen. Antonio Serradilla kommt aus Stuttgart, ein Jahr nach seinem Abgang, und soll direkt die Lücke füllen, die O’Sullivan eventuell freimacht. Wiegert klingt im O-Ton wie ein Pokerface: „Wir sind relativ weit, wahrscheinlich weiter, als ihr alle denkt. Trotzdem sind wir noch nicht fertig.“

Das endspiel gegen psg ist nur show – die echten kämpfen steigen hinter der kulisse

Am Mittwoch geht es um Punkte, Prestige und ein besseres Auslosungslos. Doch selbst ein Sieg gegen Paris ändert nichts an der Tatsache: Die Kader-Uhr tickt lauter als jede Spieluhr. Wer nach dem Sommer noch in der Elbestadt spielt, entscheidet sich gerade in Büros statt auf dem Feld. Magdeburg sichert sich die Jugend, verabschiedet die Garde, bezahlt hohe Ablösen – und bereitet den nächsten Angriff auf Titel Nummer drei in Folge vor. Der Champions-League-Gegner wechselt, der Plan nicht.