Madrid am rande des abgrunds: euroliga-playoffs in gefahr?

Ein weiteres enttäuschendes Aus in der Fremde: Der FC Barcelona hat am Dienstag im griechischen Athen gegen den Liga-Primus Panathinaikos verloren. Doch das Ergebnis allein ist kaum der Grund zur Sorge. Vielmehr ist es die anhaltende Misere des Teams in Auswärtsspielen, die den Champions-League-Anwärtern ernsthafte Probleme bereitet und ihre Ambitionen auf einen erneuten Titelgewinn in der EuroLeague gefährdet.

Die auswärtsschwäche als achillesferse

Während die Heimspiele des FC Barcelona in dieser Saison solide verliefen, offenbart die Bilanz in der Fremde ein erschreckendes Bild. Mit lediglich fünf Siegen bei dreizehn Niederlagen sind die Katalanen das schlechteste Team unter den Top 13 der Tabelle – nur Bayern München, Virtus Bologna, Baskonia, Anadolu Efes und ASVEL Villeurbanne schnitten noch schlechter ab. Diese Mannschaften haben längst die Hoffnung auf eine Playoff-Qualifikation aufgegeben. Das Problem liegt nicht in der mangelnden Qualität der Mannschaft, sondern im Unvermögen, konstant gute Leistungen abzurufen, wenn es darauf ankommt.

Trainer Sergio Scariolo bemängelte nach der Niederlage in Piräus, dass seine Mannschaft oft die Kontrolle in den entscheidenden Phasen des Spiels verliert. „Wir machen eine gute Saison. Wir haben fünf Spiele mit nur einem oder zwei Punkten verloren. Manchmal ist es Pech, manchmal eine Fehlentscheidung, manchmal mangelnde Kontrolle, wenn wir sie hätten schließen können. Das ist es, was mir im Allgemeinen fehlt“, erklärte er frustriert. Die Bilanz der vergangenen Auswärtsspiele spricht eine deutliche Sprache: In Bologna, München, Paris, Dubai, Kaunas und Vitoria verpasste es das Team, wichtige Punkte einzufahren, und ließ Siege liegen, die ihnen nun fehlen.

Playoff-ambitionen in gefahr

Playoff-ambitionen in gefahr

Die aktuelle Tabellenposition des FC Barcelona ist prekär: Mit einem Rückstand auf die ersten Vier ist das Team auf den fünften Rang abgerutscht. Das bedeutet, dass die Katalanen bei einem Verpassen der Top-Vier in die Play-in-Runde müssten. Die Erfahrung zeigt, dass Teams, die die Playoffs mit Heimvorteil erreichen, deutlich bessere Chancen auf den Einzug ins Final Four haben (81,2% der Teams nutzen diesen Vorteil). Angesichts der desaströsen Auswärtsbilanz des FC Barcelona ist die Situation alarmierend. Nur zwei Teams – Maccabi Tel Aviv (3-11) und Anadolu Efes (4-11) in der Saison 2021/22, in der die Spiele gegen russische Teams aufgrund des Krieges in der Ukraine annulliert wurden – haben jemals mit einem schlechteren Auswärtssiegquote als die aktuelle 27,7% der Katalanen die Top-Sechs erreicht.

Das kommende Duell gegen Fenerbahce Istanbul, das ebenfalls in einer asiatischen Vorort liegt, wird für den FC Barcelona zu einem entscheidenden Test. Die Türken, die bis vor Kurzem noch die Tabellenführung innehatten, haben in den letzten Wochen stark nachgelassen und verloren ihre letzten vier Spiele. Sollte Barcelona hier gewinnen und auch das letzte Spiel gegen Roter Stern Belgrad für sich entscheiden, könnten die Katalanen sich den direkten Platz in den Playoffs sichern und die Notwendigkeit einer Play-in-Runde vermeiden. Alles andere würde das Team in eine gefährliche Lage bringen und den Verbleib in der Liga in Frage stellen. Der Average gegen Olympiakos, der mit zwei Siegen Vorsprung liegt, ist bereits verloren. Aber: der Tabellenführer hat noch nie den Titel gewonnen.

Die Katalanen haben den Average gegen Valencia Basket (+4), AS Monaco (+7), Hapoel und Barça (in beiden Spielen gewonnen) gewonnen und haben einen Vorteil gegenüber Fenerbahce (+26). Der Average gegen Olympiakos (-2) und insbesondere gegen die Verfolger Zalgiris (-1) und Panathinaikos (die beide Spiele gewonnen haben) ist jedoch verloren. Die Stunde der Wahrheit ist gekommen.