Machmudow trainiert mit bären – und erinnert sich ungern!
Moskau – Arslanbek Machmudow, der Herausforderer von Tyson Fury, hat in seiner Karriere schon einige ungewöhnliche Dinge erlebt. Doch die Begegnung mit einem Bären vor anderthalb Jahren gehört wohl zu den schmerzhaftesten Erinnerungen. Vor seinem größten Kampf gegen den britischen Superstar will der Russe diese Episode nun öffentlich machen – und warnt davor, es nachzueifern.
Ein trainingsmethoden-albtraum in moskau
Die Videoclips, die im Netz kursieren, zeigen einen fast grotesken Anblick: Machmudow, der sich mit einem ausgewachsenen Bären in einem Ring misst. Es geht darum, sich gegenseitig zu stemmen, sich zu belauern – ein surrealer Kampf, der an Zirkus erinnert. Der Boxer selbst schildert die Situation im Gespräch mit dem Guardian als „furchtbar“. Ein Freund hatte ihm die Idee zugespielt, und er hatte sie, wider besseren Wissens, angenommen.
„Ich werde das nie wieder tun“, beteuert Machmudow. „Der Bär hat versucht, mich zu beißen, und zum Glück hat es nicht geklappt.“ Die Anekdote sorgte in seiner Familie für blankes Entsetzen. Seine Mutter soll ihn zur Rede gestellt haben: „Bist du verrückt? Warum machst du das? Du wirst deine Kinder nie wieder sehen, wenn du das tust!“ – ein Zitat, das die Absurdität der Situation unterstreicht.

Respekt und optimismus vor dem kampf gegen fury
Trotz dieser kuriosen Episode und einer überraschenden Niederlage gegen Deutschlands Hoffnungsträger Agit Kabayel im Dezember 2023, begegnet Machmudow der Aufgabe, Fury herauszufordern, mit einer Mischung aus Respekt und unerschütterlichem Optimismus. Kabayel hatte ihn mit einem präzisen Leberhaken in der vierten Runde überrascht und in die Knie gezwungen – ein Beweis dafür, dass auch vermeintlich unschlagbare Boxer ihre Grenzen haben.
„Ich weiß nicht, wie ich ihn schlagen werde“, räumt Machmudow ein, „aber ich glaube natürlich, dass ich gewinnen werde. Dieser Typ ist eine Legende, einer der besten Schwergewichtsboxer der Geschichte.“ Seine Bilanz von 21 Siegen in 23 Profikämpfen, davon 19 durch Knockout, spricht für seine Schlagkraft, doch gegen den erfahrenen und torgefährlichen Fury wird er alles geben müssen. Der Russe, der mittlerweile in Kanada lebt, ist klarer Außenseiter – doch er hat bewiesen, dass er auch gegen die vermeintlich stärkeren Gegner bestehen kann. Und wer weiß, vielleicht kann er Fury mit seiner unorthodoxen Herangehensweise überraschen.
Die Erinnerung an den Bären mag ihn begleiten, doch am Samstag in London zählt nur eines: der Sieg gegen Tyson Fury. Eine Begegnung, die Machmudow so schnell nicht vergessen wird – aus Gründen, die weit über den Ring hinausgehen.
