Machida überrascht alle: schon mit ball nach kreuzbandriss

Sechs Monate nach dem schlimmsten Abend seiner Bundesliga-Karriere steht Koki Machida wieder auf dem Rasen – und zwar mit Ball am Fuß. Was nach dem Kreuzbandriss beim Auftakt in Leverkusen wie das vorzeitige Saisonende aussah, entwickelt sich gerade zur bemerkenswertesten Reha-Geschichte des deutschen Fußball-Frühlings.

Ein debüt, das sofort zur katastrophe wurde

Der 27. August 2024 war kein guter Tag für den Japaner. Gleich am ersten Spieltag in Leverkusen patzte Machida mehrfach, stand beim frühen Bayer-Tor zu spät – und verließ die Partie zur Halbzeit auf Krücken. Kreuzbandriss. Für einen Neuzugang, den die TSG Hoffenheim für rund fünf Millionen Euro aus Belgien geholt hatte, um endlich die Dauerbaustelle in der Innenverteidigung zu schließen, ein bitterer Einstand. Kaum vorstellbar, dass daraus noch eine Erfolgsgeschichte werden könnte.

Rückkehr aus japan – und das tempo ist verblüffend

Rückkehr aus japan – und das tempo ist verblüffend

Die ersten sechs Monate verbrachte Machida inklusive Operation in seiner Heimat. Nur eine kurze Stippvisite im Kraichgau gönnte er sich zwischendurch. Ende Februar aber kehrte er dauerhaft nach Hoffenheimzurück, um das gezielte Aufbautraining anzugehen. Und diese Woche wurde er bereits mit Ball gesichtet. Freilich noch weit entfernt von Mannschaftstraining – aber das Tempo, das er vorlegt, lässt aufhorchen.

Zum Vergleich: Sein Nebenmann Ozan Kabak brauchte nach mehreren Rückschlägen eineinhalb Jahre bis zu seinem Comeback. Machida dürfte diesen Zeitraum deutlich unterbieten – vorausgesetzt, der Heilungsverlauf bleibt komplikationsfrei.

Die tsg hat die lücke längst gestopft

Die tsg hat die lücke längst gestopft

Sportgeschäftsführer Andreas Schicker musste nach Machidas Verletzung schnell reagieren. Er reaktivierte die Kontakte zu Albian Hajdari, der seither die Rolle des Japaners ausfüllt. Mit dem erstarkten Robin Hranac und Rückkehrer Kabak hat Hoffenheim das Defensivzentrum spürbar stabilisiert. Kein Druck also auf Machida. Er könnte sich in aller Ruhe auf eine zweite Saison vorbereiten, in der mehr Wettbewerb und mehr Rotation ohnehin nötig sein werden.

Der stille antrieb: die wm im hinterkopf

Doch es gibt noch einen anderen Motor. Machida ist Nationalspieler Japans – und die WM 2026 rückt näher. Wer nach einem Kreuzbandriss monatelang aus dem Nationalteam-Radar fällt, riskiert seinen Platz. Das dürfte dem Linksfüßer bewusst sein. Noch im Frühjahr schien dieser Zug abgefahren. Sollte er aber tatsächlich in dieser Saison zurückkehren, könnte er sich rechtzeitig in Erinnerung bringen. Die Reha-Kurve zeigt jedenfalls steil nach oben – und das ist die einzige Statistik, die gerade zählt.