Lukaku: comeback-heldenrolle oder noch nicht bereit?

Romelu Lukaku hat in der Nachspielzeit gegen Ägypten mit seinem späten Ausgleichstreffer für kollektives Aufatmen bei den belgischen Fans gesorgt – ein Moment, der an seine glorreichen Zeiten im Roten Teufel-Trikot erinnerte. Doch der Jubel war nur von kurzer Dauer: Der Stürmer ist trotz seines Einsatzes noch lange nicht für die Startelf gegen Iran bereit.

Die schatten der verletzungen lasten schwer

Die schatten der verletzungen lasten schwer

Lukaku selbst versuchte, den späten Einsatz mit Humor zu nehmen: „Nein, nein, Jungs, ich war einen Moment zu spät“, scherzte er über seinen Treffer. Doch hinter dieser Bemerkung verbirgt sich eine Wahrheit, die viele in Belgien beschäftigt: Die Saison desartigen Angreifers war von einer unglücklichen Abfolge von körperlichen und mentalen Rückschlägen geprägt. Der Tiefpunkt kam am 14. August 2023, als er im Freundschaftsspiel gegen den SSC Neapel mit einer schweren Oberschenkelverletzung aussortiert wurde – ein Bild, das ihm lange verfolgt haben muss.

Die Trennung von Präsident De Laurentiis im Neapel schlug zusätzlich auf ihn ein, sodass er kaum eine Stunde für den Verein spielen konnte. Die Rückkehr in die belgische Nationalmannschaft und die damit verbundene Möglichkeit, die Fans wieder zu begeistern, ist daher umso wertvoller für den Stürmer und alle, die ihn in dieser schwierigen Zeit unterstützt haben. Vorsichtige Optimismus herrscht trotzdem vor.

Die Gefahr eines erneuten Aussetzers ist noch nicht gebannt. Laut Informationen aus der belgischen Fußballföderation ist das Verletzungsrisiko weiterhin zu hoch. Lukaku ist ein Spieler, der bei voller Konzentration und körperlicher Fitness erst richtig glänzt. Um seine Form wiederzuerlangen, trainierte er in der Zwischenzeit mit der Zweitmannschaft von Anderlecht – ein Zeichen dafür, dass er bereit ist, hart zu arbeiten, um an seine frühere Stärke zurückzufinden.

Die Vorbereitungsspiele gegen Kroatien und Tunesien sowie der jüngste Auftritt gegen Ägypten lassen zwar hoffen, doch Lukaku selbst betont die Notwendigkeit von Geduld: „Ich bin von Natur aus ungeduldig, aber ich habe in diesem Jahr gelernt, dass ich geduldig sein muss.“ Das Qatar-Wunder von 2022 sitzt tief – der verpasste Traum vom Titel soll nicht wiederholt werden.

Daher ist ein Startelfeinsatz gegen Iran unwahrscheinlich. Ein Einsatz gegen Neuseeland könnte hingegen realistischer sein. Der Fokus liegt jedoch klaren auf der Qualifikation für die K.o.-Runde. Bis dahin wird Lukaku weiterhin hart trainieren und sich vorbildlich vorbereiten. Die Fans hoffen, dass “Big Rom” bald wieder in alter Stärke agieren kann – ein Mann, der entscheidend zum Erfolg der belgischen Nationalmannschaft beitragen kann.