Lukaku bleibt in antwerpen – napoli reagiert mit suspendierung und bußgeld
Romelu Lukaku ist nicht gekommen. Um 11.30 Uhr öffnete sich gestern das Automatiktor in Castel Volturno – und blieb leer. Der Stürmer hockt stattdessen in Antwerpen, putzt sich selbst fit für die WM und behandelt den SSC Neapel wie einen lästigen Nebendarsteller.
Der Klub reagiert sofort: Geldbuße, Suspendierung, Streichung aus dem Kader. Die Summe kratzt zwar kaum an seinen 8,5 Millionen Euro Netto-Jahresgehalt, aber sie setzt ein Zeichen. „Wir akzeptieren kein Faustpfand“, sagt Sportdirektor Giovanni Manna, der Lukaku am Telefon kaum noch erreichte. Seit Freitag steht offiziell: Wer nicht erscheint, spielt nicht.

Die wm ist sein einziger terminkalender
Lukaku will in Belgien mit seinem Privattrainer arbeiten, um Mitte Juni belastbar zu sein. Für Neapel bleiben sieben Serie-A-Spiele, darunter das Topspiel gegen Mailand. Er wird sie alle aus der Ferne verfolgen. Die Trennung ist längst Realität, nur die Schmerzen noch nicht abgeklungen.
Der Anhang seiner Instagram-Story vom Sonntag – „Ich werde Napoli nicht im Stich lassen“ – liest sich jetzt wie blanker Hohn. Denn genau das tut er: Er wendet sich ab, sobald die Druckwelle des Klubs zu groß wird. Der belgische Verband schweigt, um keine zusätzliche Bruchstelle zu riskieren.
Napoli steht vor einer klaren Rechnung: vier Liga-Spiele, vielleicht 12 Punkte, ohne ihren teuersten Angreifer. Die Meisterschaft rückt in weite Ferne, die Kabine ist verärgert, die Fans empört. Und Lukaku? Er schaut auf die Uhr – nicht auf den Kalender des SSC.
Am Ende zählt nur eins: Wer den Klub vor der WM verlässt, verlässt auch die Herzen der Menschen, die ihn bezahlen. Für 8,5 Millionen Euro kann man sich viel leisten – nur keine neue Liebe.
