Ludwigsburg rächt 23-punkte-klatsche und hält playoff-traum am leben

Ein Klapps auf die Schulter reichte nicht – Ludwigsburg musste sich in der Barockstadt buchstäblich aus dem Staub putzen. Nach dem 88:111-Debakel in Chemnitz vor drei Wochen lieferten die MHP Riesen am Dienstagabend eine Antwort mit K.o.-Qualität: 87:79, dritteter Sieg in Serie, Playoff-Fenster weiter offen. Die Arena brodelte, weil jeder in Schwarz-Weiß wusste: Wer jetzt stolpert, fliegt aus der Spur.

Der spielverlauf: fehlstart, feuerwerk, finale ohne fahrschein

Die ersten sieben Minuten erinnerten an ein Déjà-vu aus der Albtraum-Kiste: Ballverlust, verschossene offene Würfe, Chemnitz zieht mit 18:8 davon. Dann aber erwachte Babacar Sane, nagelt aus der linken Ecke zwei Dreier rein und schmeißt den Spielplan in den Ofen. Bis zur Halbzeit kocht Ludwigsburg das Tempo herunter, spielt den Gästen die 24-Sekunden-Regel auf den Rücken und geht mit 47:40 in die Kabine.

Drittes Viertel: Das, was Trainer John Patrick „controlled pace“ nennt, wird zur Tortur für Chemnitz. Jedes Mal, wenn die Niners verkürzen wollen, antwortet Terrell Harris – erst seit Montag im Kader – mit einem Dreier aus gut sieben Metern. 16 Punkte lauten die Höchstmarke (73:57), bevor Chemnitz im letzten Abschnitt das Punktefieber entdeckt. Doch Ludwigsburg versenkt acht Freiwürfe in Folge, Zeitnahme läuft runter, Chemnitz bleibt bei 79 hängen. Abpfiff – Jubel, der bis in die Nacht hallt.

Die zahlen, die wehtun

Die zahlen, die wehtun

Ludwigsburg traf 42 Prozent aus der Distanz – nur drei Prozent unter Liga-Bestwert. Chemnitz kassierte 17 Ballverluste, Ludwigsburg nur neun. Der entscheidende Unterschied: Die Schwaben verwandelten daraus 24 Punkte, Chemnitz nur elf. David McCray, ab Sommer neuer sportlicher Leiter, sah von der Tribüne ein Probestück seiner künftigen Arbeit: „Wenn wir so verteidigen, brauchen wir keine Superstars, sondern einfach nur Termine im Mai.“

Was das spiel bedeutet

Was das spiel bedeutet

Mit 26 Punkten springt Ludwigsburg auf Rang sechs – exakt Playoff-Platz. Chemnitz bleibt bei 22 Punkten, muss nun gegen Ulm und Berlin punkten, will nicht in den Play-In-Strudel rutschen. Für Ludwigsburg geht es am Samstag nach Göttingen, wo ein weiterer Sieg die Saison endgültig in Richtung Postseason lenken würde. Der Traum lebt – und er trägt jetzt wieder die Farben der Barockstadt.