Lucas pérez rettet cádiz und feiert deportivo – ein tag der doppelten erlösung

Lucas Pérez schrie, lachte und weinte innerhalb von Sekunden. Mit einem Dreierpack gegen Leganés sicherte der 34-Jährige dem Cádiz den Klassenerhalt in Segunda División – und schickte parallel eine Liebeserklärung ans Estadio Riazor, wo sein Deportivo La Coruña nach vier Jahren endlich wieder in die Primera División zurückkehrte.

Ein torjäger zwischen zwei heimaten

Der Galier landete vor vier Wochen als Notlösung in Andalusien. Vertrag bis Juni, Aufgabe klar: den Abstieg verhindern. Drei Tore später ist er lokaler Held. „Ihr müsst mir erlauben, dass ich für Cádiz und für mein Depor juble“, sagte er direkt vor den Kameras. Die Fans am Nuevo Mirandilla feierten trotzdem mit, weil sie wissen: Wer so jubelt, hat Herz.

Die Szene ist Pérez auf den Leib geschrieben. 2021 lehnte er Angebote aus der Bundesliga und der Türkei ab, stieg stattdessen mit Deportivo in die dritte Liga ab. Kein Geld, keine TV-Scheinwerfer, nur 32.000 treue Riazor-Indios. Er unterschrieb, weil der Klub seine Heimat ist. Am Sonntag wurde die Rechnung aufgegangen: 2:1 in Almería, Tabellenplatz eins, Rückkehr in die Elite.

Die zahlen sprechen für den romantiker

Die zahlen sprechen für den romantiker

8 Spieler, 4 Tore, 2 Assists – so lautet Pérez’ Bilanz für Cádiz in nur 28 Tagen. Er kam, sah und traf. Dabei hatte er sich selbst als „runderneuert“ bezeichnet, nachdem er in London, Rom und Istanbul untergegangen war. Der Knie-Opfer und Rückschlägen zum Trotz: Seine Laufdaten übertreffen Liga-Schnitt um 12 Prozent. Die sportliche Leitung spricht von „einer Maschine mit Seelenbürste“.

Jetzt droht der Abschied. Der Leihvertrag endet, und Deportivo ruft. Die Ablöse liegt bei lächerlichen 400.000 Euro – ein Betrag, den Cádiz kaum zahlen kann und Pérez locker winkt. „Ich werde gehen, wo mein Herz schlägt“, sagte er und meinte damit Galicien. Die Andalusier wissen: Sie bekamen einen Leihhelden, keinen Langfristigen.

Was bleibt, ist ein tag voller ironie

Was bleibt, ist ein tag voller ironie

Während Cádiz die Saison mit 49 Punkten beendet, jubelt Deportivo mit 81 Zählern. Beide Vereine verdanken ihren Erfolg demselben Mann – nur auf unterschiedlichen Ebenen. Für Pérez bleibt die Erkenntnis: Karriere ist nicht gleich Karriere. Manchmal muss man zurück in den Schlamm, um den Gipfel wieder zu sehen. Er tat es. Und er trägt nun zwei Trikots im Herzen, ohne dass sie sich jemals begegnen werden.