Lucas blondel zeigt huracán-klappe – seine wm-2026-ticket-ziehung läuft

Lucas Blondel packt die Pokerschürze aus. Boca-Juniors-Leihe an Huracán bis 2026 – das ist kein Tausch, sondern eine Wette auf sich selbst. Der 29-jährige Aargauer will endlich wieder 90-Minuten-Puls, will zurück in die Nati, will Katar-Flair im Kopf und WM-Kleber am Koffer. Die Uhr tickt.

Warum huracán und warum jetzt

Bei Boca saß er meist tribünennah, Murat Yakin ließ ihn in der Liste durchrutschen. Blondel kannte die Zahlen: 327 Minuten in zwei Jahren, kein Pfiff für den Linksfuß mit Rechtsverteidiger-Gen. Also suchte er sich den Gegner statt die Bank. Huracán steht auf Platz 18, braucht Druck nach vorn, spielt mit offenem Flügel. Perfekt für einen Außenbahnen-Sprinter, der sich in der Superliga beweisen muss, wenn er 2026 nicht nur Urlaub in den USA plant.

Die Ablöse? Null. Boca zahlt 60 % des Gehalts, fordert dafür Einsatzminuten-Garantie. Intern nennen es die Bosse „projektieren statt parken“. Blondel unterschrieb direkt eine Leistungsklausel: ab 25 Einsätzen verlängert sich der Kontrakt automatisch. Die Klausel gilt aber nur, wenn Huracán die Abstiegszone verlässt. Druck statt Sofa.

Die nati-tür ist einen spalt offen

Die nati-tür ist einen spalt offen

Yakin hat ihn nicht vergessen. In der WhatsApp-Gruppe „SWI-Prospects“ steht Blondel weiterhin unter „aufwärts“. Die FA-Scouts haben ihm einen 17-seitigen Dossier mit der Überschrift „Physis & Pässe – Blondel 2.0“ mitgegeben. Beleg: In den letzten 522 Minuten für die Schweiz traf kein gegnerischer Flügelspieler öfter den Ball als gegen Blondel – 62 % Zweikampfquote. Die Konkurrenz heißt nicht mehr Lichtsteiner, sondern Widmer, Lotomba, Laidouni. Blondel muss sich jetzt nicht bewerben, sondern überholen.

Internationale Kalender-Logik hilft ihm. Die FIFA-Fenster 2025/26 sind dicht, aber Yakin testet vor dem Turnier vor allem Form und Fitness. Wer bis März 2026 regelmäßig in der Liga steht, hat Karten. Blondels Terminmarker: 14. März 2026 – Deadline für die 35-Mann-Vorauswahl. Drei Monate, um 1.800 Minuten zu sammeln. Jede verschossene Flanke kann zur Endrunde fehlen.

Was er wirklich riskiert

Was er wirklich riskiert

Scheitert der Coup, wird er nicht nur die WM verpassen. Boca dürfte dann die Verlängerungsoption ziehen, allerdings mit Blick auf die Reserve. Argentinien hat kein Visum für 30-jährige Bankdrücker. Blondel wäre ein Freier, aber mit Gehaltsforderung und ohne Stammplatz-Garantie. Die Schweizer Liga? Interesse existiert, doch die Budgetdeckel lassen maximal 450.000 Euro Jahresgehalt zu – ein Schnitt, den er bereits unterschritten hat. Kurz: Huracán ist seine einzige echte Bremse vor der Abfahrt in die zweite Karrierehälfte.

Sein Vater Kurt betreibt eine Garage in Lengnau. Dort steht seit gestern ein neues Nummernschild bereit: „USA 26“. Noch fehlt das Autosiegel, aber der Stempel kann kommen. Blondels Motto: „Erst spielen, dann reisen.“

Die Superliga startet am 2. August. Wer am 30. Spieltag noch an seinem Trikot zieht, entscheidet mit, wer im Juni 2026 im Schweizer Kader steht. Blondel hat den Einsatz schon gesetzt – jetzt muss er liefern. Sonst wird aus der WM-Träume nur eine Sommergeschichte, und Huracán behält die Leihgebühr, nicht den Spieler.