Lübeck bricht fluch, krefeld zittert sich frei: 2. liga liefert drama bis zur schlusssirene
Der 23. Spieltag der 2. Handball-Bundesliga beginnt mit einem Schlag ins Kontor: Lübeck-Schwartau stoppt nach fünf Niederlagen endlich den freien Fall, Hagen fährt im Derby den vierten Sieg im fünften Rennen ein – und Krefeld schmeißt mit zehn Toren von Marvin Kix den Rettungsanker.
Der freitagabend, der alles auf den kopf stellt
TV Hüttenberg gegen VfL Lübeck-Schwartau – ein Kellerduell, das sich liest wie ein Krimi. Tim Rüdiger wirft acht Mal für die Hausherren, doch auf der Gegenseite antworten Magnus Holpert und Oliver Juhl mit dem gleichen Tempo. 34:32 lautet der Befreiungsschlag für den VfL, der damit punktgleich mit Hüttenberg auf Platz neun springt und die Abwärtskurve endlich abbricht.
Zeitgleich rollt in Essen der nächste Paukenschlag. TUSEM empfängt den VfL Eintracht Hagen – und kassiert eine Lehrstunde. Kein einziges Mal führen die Essener, Hagen legt zwischenzeitlich mit sieben Toren vor, Pierre Busch jagt acht Bälle ins Netz. 32:28, der vifte Sieg im fünften Spiel des Jahres 2026. Essen hingegen schaut nun gebannt auf Krefeld, denn dort passiert genau das, was die Ruhrpottler fürchten.

Krefelds kix-maschine und coburgs 7:0-k.-o.
Die HSG Krefeld Niederrhein liegt im Abstiegskampf mit dem Rücken zur Wand. Gegen TV Großwallstadt zündet Marvin Kix den Turbo, trifft zehn Mal, serviert den 34:29-Erfolg auf dem Silbertablett. Falk Kolodziej liefert mit elf Treffern den zweiten Akt. Der Vorsprung von sechs Toren zur Pause wird souverän verwaltet, der Tabellen-17. rückt näher an das rettende Ufer heran.
Kurz darauf der nächste Plot-Twist: HSC 2000 Coburg dominiert 40 Minuten lang gegen den VfL Potsdam, führt bereits mit sechs Toren. Dann schlägt die Stunde der Gäste. Ein 7:0-Lauf innerhalb von acht Minuten dreht die Partie, Coburg steht mit leeren Händen da, Potsdam entführt einen 27:26-Sieg, der in der Kabine sicherlich mit Champagne gefeiert wird.

Ludwigshafens luftloch und ferndorfs dämpfer
Die Eulen Ludwigshafen flogen zuletzt auf Rosen, doch gegen Dormagen wird es eng. Am Ende springt trotz personeller Engpässe ein 37:33 heraus – vier Akteure treffen jeweils sechs Mal. Die Pfälzer klettern auf Platz zwölf und versprechen sich selbst, dass der Klassenerhalt nicht mehr nur ein Wunschtraum bleibt.
Der TuS Ferndorf dagegen erlebt den ersten Rückschlag des Jahres 2026. Nach vier Siegen in Serie verpatzt man den Start gegen Dessau-Roßlau, kassiert eine 27:29-Niederlage, obwohl man sieben Minuten vor Schluss noch mit zwei Toren vorne liegt. Dessau nutzt einen 4:0-Lauf, rutscht auf Platz sieben und lässt Ferndorf mit einem blutenden Herzen zurück.
Die 2. Handball-Bundesliga liefert genau das, was sie verspricht: Drama bis zur letzten Sekunde. Kein Spiel ist gelaufen, kein Platz sicher. Und während sich die Teams auf dem Parkett die Köpfe einschlagen, schreibt die Tabelle weiter unbarmherzig die Wahrheit – ohne Rücksicht auf Namen oder Tradition.
