Löwen-frankfurt stolpert in die winterpause: pokels offensive lahmt, rekordtorschütze nur auf platz 61

Die Löwen Frankfurt beenden die Hauptrunde auf Rang 13 – nur Dresden steht tiefer. 103 Tore in 44 Spielen, das ist die zweitschwächste Quote der Liga. Trainer Tom Pokel sieht die Ursache klar: «Wenn man dieses Tempo nicht mithalten kann, wird man es in der Liga schwer haben.» Seine Spielidee kam erst nach Weihnachten an, zu spät, um mehr als den Klassenerhalt zu retten.

Rowe, tokarski, wedman: drei falsche puzzleteile

Die Saison begann mit einem US-Coach, der nach zwei Monaten entlassen wurde. Es folgte ein NHL-Goalie, der nach fünf Spielen wieder flog. Dazwischen ein Top-Scorer, der zwölf Mal traf – und damit trotzdem nur auf Position 61 der Gesamtwertung landet. Jan Barta, seit Juli Sportdirektor, musste jeden einzelnen Transfer nachträglich korrigieren. Die Folge: 1:9 gegen Wolfsburg, 0:8 gegen Ingolstadt – historische Debakel, die die Arena in Bornheim vor leeren Reihen schaudern ließen.

Die Statistik hinter den Kulissen ist noch vernichtender. Frankfurt kassierte 178 Gegentore, ebenfalls Liga-Vorletzter. Die Überzahlquote liegt bei mageren 14 %. Bei Spielen mit einem Tor Unterschied holte das Team gerade einmal acht Punkte – die Konkurrenz schafft das Doppelte. Die einzige Konstante hieß Fabio Kose. Der 19-jährige Verteidiger spielte sich mit 22 Assistenzpunkten in die All-Star-Ballotage und wurde zum «Junior des Jahres 2026» gekürt. Sein Zwillingsbruder Timo steht ebenfalls unter Vertrag. Ein kleiner Trost, auf den die Löwen ihre nächste Saison aufbauen wollen.

Pokel plant reset: «andere mission» statt pre-playoff-traum

Pokel plant reset: «andere mission» statt pre-playoff-traum

Nach dem Schlusspfiff gegen Nürnberg sprach Pokel von einer «anderen Mission». Konkret: mehr Speed, mehr Dauerdruck, mehr Torgefahr von außen. Dafür soll der Kader umkrempelt werden. Bislang ist nur sicher, dass Kose bleibt. Die restlichen Ausländerplätze sind offen, ebenso die Torhüter-Position. Tokarski ist Geschichte, Pantkowski und Schumacher konnten sich nicht durchsetzen. Intern kursiert das Stichwort «Import-Goalie mit DEL-Erfahrung». Die Scout-Liste umfasst derzeit sieben Namen, darunter zwei Finnen und ein Kanadier mit NHL-Background.

Die Fans indes haben die Schnauze voll. Die Durchschnittszuschauerzahl fiel auf 6.842, der niedrigste Wert seit der Rückkehr in die DEL. Die Kurve skandierte beim letzten Heimspiel «Wir wollen Tore» – und meinte damit nicht nur die beiden Brüder Kose. Für Pokel beginnt die Arbeit am 20. April mit einem siebentägigen Lehrgang in Österreich. Dann soll die neue Philosophie stehen. Sonst droht Frankfurt schon früh wieder das selbe Schauspiel: viel Lärm, wenig Eiszeit, und am Ende steht der DJ bereit, um einen Song zu stoppen, der ohnehin niemand mehr hören will.