Löw zieht kimmich-linie: rechtsverteidiger mit weltklasse-label
Joachim Löw schaltet sich ein – und macht die DFB-Debatte um Joshua Kimmich endgültig zur Chefsache. Der Ex-Bundestrainer sieht den Kapitän nicht im Zentrum, sondern auf rechts. „Weltklasse auf beiden Positionen“, sagt er der Sport Bild, „aber momentan ist rechts der richtige Platz.“ Die Botschaft: Julian Nagelsmann bekommt Rückendeckung aus Löws erprobter WM-Küche.

Die lahm-parallele: warum löw sich wiederholt
2014 verfrachtete er Philipp Lahm ins Mittelfeld, um ihn später doch als Außenverteidiger wertvoll zu machen. Dieselbe Logik treibt ihn heute um: „Wir haben im Zentrum Spieler, die nach oben kommen können. Hinten rechts tun wir uns schwer.“ Die Zahlen sprechen mit ihm: Seit Lahms Rückzug hat kein Nationalspieler die Position dauerhaft besetzt. Die Lücke frisst Punkte.
Leon Goretzka ist der zweite Fall. Weniger Spielzeit bei Bayern, trotzdem Nominierung. Löw findet das „okay“. Er zählt nicht Minuten, er zählt Verlässlichkeit. „Auf Leon ist Verlass“, betont er und schiebt Aleksandar Pavlović hintenherum nach vorn: „Sehr gut, keine Frage.“ Doch Pavlović fehlt verletzt – und Goretzka liefert die robuste Alternative, die man in K.o.-Spielen braucht.
Die WM rückt näher. Testspiele gegen die Schweiz und Ghana werden vor allem ein Blickfang für die Frage: Wer spielt wo? Kimmich rechts, Goretzka als Bollwerk – Löws Fazit klingt wie ein versteckter Lehrbrief an Nagelsmann. Er selbst weiß, dass Turniere nicht für Experimente gedacht sind. Lieber eine sichere Bank als ein offenes Konto.
Am Ende bleibt eine Erkenntnis: Löw hat Kimmich schon einmal umgestellt – und Weltmeister geholt. Diesmal spricht er nur, aber seine Stimme wiegt schwer. Wer Deutschland 2026 attackieren will, muss zuerst an dieser rechten Seite vorbei. Und dort steht bald wieder ein Weltklasse-Spieler, nur eben mit anderer Postleitzahl.
