Lorang verlässt bora-hansgrohe: evenepoels lob für den trainer
Ein überraschendes Kapitel geht zu Ende: Dan Lorang, seit 2017 eine Schlüsselfigur im Erfolgsteam Bora-Hansgrohe, wird seine Tätigkeit nach der diesjährigen Tour de France beenden. Die Nachricht, die am heutigen Freitag bekannt wurde, sorgt für Aufsehen in der Radsportwelt, insbesondere angesichts der gerade erst vergangenen fulminanten Saison und der geschätzten Zusammenarbeit mit Star-Sprinter Remco Evenepoel.

Der abschied eines leistungsträgers
Ralph Denk, Teamchef von Bora-Hansgrohe, äußerte zwar Bedauern über Lorangs Entscheidung, betonte aber dessen Wunsch nach Veränderung und respektierte diesen vollumfänglich. Lorangs Einfluss auf den sportlichen Aufstieg des Teams ist unbestreitbar. Als erster Performance-Trainer war er maßgeblich daran beteiligt, Bora-Hansgrohe an die Spitze der WorldTour zu führen und zahlreiche Athleten zu fördern. Die Partnerschaft war stets von Offenheit und Fairness geprägt, wie Denk in einer Pressemitteilung hervorhob.
Besonders interessant ist der Zeitpunkt des Abschieds. Gerade die positive Rückmeldung von Remco Evenepoel, der im Februar noch enthusiastisch von der Zusammenarbeit mit Lorang schwärmte, wirft Fragen auf. Der Belgier lobte die Trainingspläne und die reibungslose Kommunikation, die zu seinen bisherigen Erfolgen beigetragen hätten. “Ich komme gut mit seinem Training und seinen Plänen zurecht. Bislang habe ich nur ein gutes Gefühl dabei, und die Kommunikation ist gut, genau wie die Ergebnisse,” so Evenepoel damals.
Lorangs Expertise beschränkte sich nicht nur auf den Radsport. Im Red-Bull-Kosmos trainierte er auch Athleten aus anderen Disziplinen. Seine methodische Herangehensweise, die Evenepoel schätzte, bestand darin, selbst nach harten Trainingseinheiten stets eine zusätzliche Übung einzubauen, um die Ermüdung zu steigern. Ein Ansatz, der offenbar Früchte trug.
Die Tour de France wird somit zu einem letzten, großen Auftritt für Lorang als Trainer des WorldTeams. Er wird als einer von acht Trainern das Team um Evenepoel betreuen und die Gelegenheit nutzen, die gemeinsame Zeit auf höchstem Niveau zu krönen. Ob Evenepoels Drittelplatz bei der letzten Tour ein Anreiz für Lorangs Entscheidung war, bleibt Spekulation.
Die Frage, wer Lorangs Nachfolge antritt und wie sich die Veränderung auf die zukünftige Ausrichtung von Bora-Hansgrohe auswirken wird, bleibt vorerst unbeantwortet. Doch eines ist sicher: Der Abschied von Dan Lorang markiert einen Wandel im Team und stellt Bora-Hansgrohe vor eine neue Herausforderung. Die Tour de France wird es zeigen, ob das Team den Verlust kompensieren kann.
